Google will mehr Daten für personalisierte Werbung verwenden

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Die Nutzungsbedingungen sollen zum 11. November geändert werden. Unter andrem will der Konzern “soziale Empfehlungen” der Nutzer in bezahlten Anzeigen einsetzen. Dafür ist ein Opt-in der Nutzer erforderlich. Die Neuregelung widerspricht möglicherweise dennoch einer 2011 mit US-Behörden ausgehandelten Regelung zur klaren Darstellung des Umgangs mit Nutzerdaten.

Google will ähnlich wie Facebook demnächst “soziale Empfehlungen” seiner Nutzer für Werbung einsetzen. Den überarbeiteten Nutzungsbedingungen zufolge will Google Profilnamen, Fotos, Bewertungen sowie +1-Empfehlungen von Mitgliedern bei Google+ dafür verwenden.

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Beispiele für “soziale Empfehlungen in Anzeigen” (Bild: Google)

Die Änderungen sollen am 11. November in Kraft treten. Nutzer ind en USA können die Verwendung ihrer Inhalte für Werbezwecke allerdinsg auf einfache Weise abwählen, in Deutschland ist die Option sogar standardmäßig deaktiviert: Sie muss vom Nutzer in seinen Einstellungen erst aktiviert werden (Opt-in).

Als Beispiele für “geteilte Empfehlungen in Anzeigen” nennt Google eine Vier-Sterne-Bewertung für das Album einer Band, die bei Google Play abgegeben wurde und für Freunde sichtbar wird. Auch eine +1-Empfehlung für die örtliche Lieblingsbäckerei könnte sich in einer von dieser Bäckerei geschalteten Anzeige wiederfinden. Vorstellbar sind aber auch Szenarien mit weniger naheliegender und vom Nutzer möglicherweise weniger gebilligten werblichen Verwendung.

Wer nicht Werbeträger sein möchte, muss darauf achten, dass in den Einstellungen “Soziale Empfehlungen” für Anzeigen deaktiviert bleiben. Nutzer unter 18 Jahren will Google nicht für Werbezwecke einspannen.

US-Senator Edward Markey hat die Federal Trade Commission (FTC) dennoch bereits in einem Brief aufgefordert, zu überprüfen, ob Googles neue Nutzungsbedingungen nicht einen mit der US-Handelsbehörde geschlossenen Vergleich verletzen. Darin ging es um Datenschutzverstöße bei der Einführung des inzwischen eingestellten Dienstes Buzz.
Zudem müsse laut Markey geprüft werden, wie weit die Veröffentlichung von Profilnamen und Inhalten von Nutzern gehe.

Google hatte sich 2011 verpflichtet, den Umgang mit Nutzerinformationen nicht falsch darzustellen. Die Vereinbarung gilt für einen Zeitraum von 20 Jahren. Wegen eines Verstoßes gegen diesen Vergleich verhängte die FTC 2012 bereits eine Strafe von 22,5 Millionen Dollar. Google hatte den Tracking-Schutz von Apples Browser Safari umgangen, Nutzern allerdings zugesichert, Safaris Umgang mit Drittanbieter-Cookies zu respektieren.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de und Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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