So vertrödeln wir unsere Zeit vor dem Computer

Allgemein
Frau vor Computermonitor (Bild: Shutterstock/Syda-Productions)

Der durchschnittliche PC-Nutzer verliert einer Umfrage im Auftrag von SanDisk zufolge pro Jahr über sechs Tage weil er darauf wartet, dass sein Rechner hochfährt oder dass Anwendungen laden. Einer AVG-Umfrage zufolge sind langsame Internetverbindung, E-Mail-Management und Passworteingabe noch nerviger.

In den vergangenen zwölf Monaten haben PC-Nutzer in Deutschland über 156 Stunden verloren, weil sie auf das Hochfahren ihres Computern oder das Laden von Anwendungen und Dateien gewartet haben. Das entspricht mit 6,5 Tagen fast einer ganzen Woche pro Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt Redshift Research in der Studie “Digital Downtime”, die das Unternehmen im Auftrag von SanDisk im Juni 2013 unter über 8001 PC-Nutzern aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, China, Australien und den USA über das Online-Panel Crowdology durchgeführt hat.

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Der Studie zufolge verlieren Nutzer in Deutschland 3,1 Tage pro Jahr während sie auf das Laden oder Herunterladen von Dateien warten. 2,6 Tage pro Jahr sitzen sie selbst im Idle-Modus vor dem Rechner, währen der Applikationen lädt. Und gut 19 besinnliche Stunden verbringen sie damit, darauf zu warten, dass der PC oder Laptop bootet: Wobei in Firmen die Zeit wie bekannt ja oft für das Kaffeeholen verwendet wird – also nicht ganz verloren ist.

Von den im Rahmen der Studie 1014 Befragten in Deutschland erklärten mehr als ein Viertel (28 Prozent), dass sie den Rest des Tages schlechte Laune haben, wenn der Computer sehr langsam ist. Das hat Konsequenzen: Im internationalen Vergleich tendieren die Deutschen am ehesten zu Wutausbrüchen: 23 Prozent haben ihre Geräte schon einmal in die Ecke geworfen oder gegen die Wand getreten.

Der SanDisk-Studie zufolge gehört die von dem Hersteller als “Digital Downtime” bezeichnete Zeit für deutsche Befragte zu den sieben stressreichsten Faktoren gehört: 36 Prozent finden dies schlimmer als darauf zu warten, dass das Wasser kocht (31 Prozent). Übertroffen wird der Computer-Frust allerdings noch vom auf Lieferungen (38 Prozent), auf den Bus oder Zug (45 Prozent) oder auf einen Tisch im Restaurant (50 Prozent). Zwei Drittel empfinden das Warten auf Arzttermine als frustrierend, angeführt wird die Liste allerdings vom Warten in einer Telefonwarteschleife (72 Prozent).

Top-3-Zeitfresser laut Consumer-Trust-Studie von AVG

Die Ergebnisse der im Auftrag des SSD-Anbieters duchgeführten Umfrage passen nicht ganz mit denen der aktuellen Consumer-Trust-Studie von Sicherheitsanbieter AVG zusammen. Demnach ist nämlich für die Deutschen ein langsames Internet Zeitverschwender Nummer Eins. Im Rahmen seiner Studie hat AVG knapp 5000 Verbraucher in acht Ländern zum Nutzungsverhalten bei internetfähigen Geräten befragt.

47 Prozent der deutschen Konsumenten sehen demnach beim Umgang mit PCs, Laptops, Smartphones oder Tablet-PCs in einer langsamen oder unzuverlässigen Internetverbindung die größte Zeitverschwendung. Erstaunlich: Doppelt so viele Deutsche wie brasilianische Nutzer sehen dies als Hauptproblem an.

Auf dem unrühmlichen Treppchen der drei größten Zeitfresser landen zudem die Eingabe von mehreren Benutzernamen und Passwörter auf unterschiedlichen Geräten. Dies stört 22 Prozent. Zudem verwenden 15 Prozent der deutschen Befragten pro Woche durchschnittlich eine Stunde darauf, E-Mail-Accounts zu koordinieren und zu verwalten von E-Mail-Accounts. Als weitere, wenn auch weniger hungrige Zeitfresser werden in der Umfrage das häufige Wiederaufladen des Akkus, langsame Geräte und komplizierte Funktionen genannt.

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Die von AVG in Auftrag gegebene Umfrage, in der unter anderem die drei größten Zeitfresser beim Umgang mit Computern abgefragt wurden, hat Qualtrics online bei 4927 Verbrauchern aus Großbritannien, USA, Brasilien, Kanada, Australien, Frankreich, Deutschland und Tschechien im August 2013 durchgeführt.
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