RZ Replikator versetzt virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb in die Cloud

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Cloud (Bild: Peter Marwan)

Anbieter Dunkel GmbH nennt die Replikation virtueller VMWare-Systeme und ihrer Daten in die Cloud “die Rohrpost in die Cloud”. Doch anders als bei traditionellen Rohrpostsendungen muss nicht vor dem Versand erst alles verpackt werden: Die Systeme können auch live mit aktuellem Datenbestand in den Cloud-Service wandern.

Systemhaus und Cloud-Provider Dunkel bietet mit RZ Replikator einen Migrationsdienst, der nach eigenen Angaben VMs fast unterbrechungsfrei und mit aktuellem Datenbestand in die Cloud transferiert – und sie auch wieder zurückholt, wenn sich der Kunde anders entscheidet. Selbst komplexe Anwendungen könnten so schnell in die Wolke übertragen werden.

Dunkel-Cloud-Logo

Der Service RZ Replikator spiegelt virtuelle Rechner aus VMWare-Umgebungen live in die Cloud und holt dann den aktuellen Datenbestand ins neue System, bevor auf die Onlineversion des PCs umgeschaltet wird. Die Unterbrechungszeit für Datentransporte bleibt kurz, denn das gleichzeitige Arbeiten mit alter und neuer Version und damit verbundenes “Datenchaos” wie bei manchen längerfristigen Migrationsprojekten, bleibt aus.

Dunkel vermarktet die minimierten Ausfallzeiten als Alleinstellungsmerkmal: “Bisher konnten virtuelle Maschinen nur im ausgeschalteten Zustand in die Cloud kopiert werden. Daran änderte auch die Installation eines Cloud Connectors nichts”.

Bei speicherintensiven Anwendungen sei der Datentransfer bisher das größte Problem gewesen, denn wer nicht tagelang große Datenmengen über das Internet in die Cloud kopieren wolle, schickte sie auf physischen Speichermedien zum Provider. Die damit verbundenen Serviceausfälle überschritten dann meist die Service-Level-Agreements für den Großteil der Geschäftsanwendungen.

Der Dunkel-Migrationsservice funktioniert auch bei unterschiedlichen Storage-Systemen. Einen Datensnapshot des gegenwärtigen Zustands muss man nicht mehr anfertigen und die Ausfallzeit bis zum Weiterarbeiten mit dem neuen System verringert sich. Erst, wenn alle Daten vollständig in die Cloud repliziert wurden, werden die virtuellen Maschinen am ursprünglichen Standort heruntergefahren.

Geschäftsführer Axel Dunkel erklärt: “Unsere Lösung ist Storage-agnostisch, es spielt also keine Rolle, welche Storage-Hardware der Kunde in seinem Rechenzentrum einsetzt. Und die gespiegelten virtuellen Maschinen können direkt, ohne aufwendiges Umkonfigurieren in unserer VMware-vCloud Umgebung gestartet werden.” Die replizierten Maschinen werden mit identischer Konfiguration und aktuellem Datenbestand aktiviert, Anwendungen sind nach wenigen Minuten Betriebsunterbrechung wieder produktiv.

Das eigne sich nicht nur für PC-Clients, sondern auch für Anwendungen mit mehreren virtuellen Maschinen, zum Beispiel für Datenbanken und Webserver, ergänzt Dunkel. Man könne die VMs einer Applikation so gruppieren, dass sie gemeinsam repliziert und in der Cloud mit einer definierten Boot-Reihenfolge und einem garantiert konsistenten Datensatz gestartet werden.

Der Kunde muss für die Auslagerung virtueller Umgebungen aber zuvor schon VMware vSphere mit vCenter Management einsetzen. Für den Transfer wird auf dem VMWare-ESX-Host des Kunden eine Software als virtuelle Appliance installiert sowie eine sichere VPN-Anbindung zum Rechenzentrum von Dunkel aufgebaut.

Kunden, die eine Hybrid-Cloud-Strategie betreiben, können den Migrationsservice dauerhaft nutzen und selbst administrieren. In diesem Fall sind die Kosten abhängig von der Anzahl gleichzeitig replizierter VMs und deren Größe. Andere Projekte werden auf Anfrage auch von Dunkel selbst umgesetzt und sind preislich abhängig vom Umfang des jeweiligen Falles.

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