Kostenlose Telefon- und Chat-App Line kommt nach Deutschland

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Line-App

Die Plattform Line wirkt wie eine Mischung aus Facebook – aber ohne dessen Datensammelwut – und Skype für Mobilgeräte. “Stickers” ersetzen Emoticons – und werden für jedes Land angepasst. Jetzt drängt Line nach Deutschland und bietet Unternehmen Möglichkeiten, ihre Markenzeichen spielerisch zu präsentieren.

Sunny Kim
Sunny Kim von Line sieht den Spaßfaktor als Schlüssel zum Erfolg von Kommunikationssystemen (Bild: Line).

Line ist eine App für kostenlose Anrufe, Videokommunikation und Chat über Smartphones und PCs – und soll bald auch in Deutschland den amerikanischen Gegenspielern Facebook und Skype Konkurrenz machen. Weltweit hat das Programm schon 200 Millionen registrierte User.

Der Erfolg gründe darauf, dass man mit “Stickern” statt Emoticons Gefühle lokal angepasst besser ausdrücken könne und die teilweise animierten Figuren “den Spaßfaktor in die Kommunikation bringen”,  meint Sunny Kim, Chefstrategin für Business Development bei Line.

Line-Chat mit Figuren
In der App Line können die Figuren des Herstellers oder andere, von Unternehmen erworbene Sticker genutzt werden (Bild: Line).

In Asien schon erfolgreich mit bekannten Figuren wie Hello Kitty, in Europa gestartet in Spanien mit Stickern lokaler Stars wie Real-Madrid-Fußballern, drängt Line nun nach Deutschland – und verkauft die Möglichkeit, eigene Sticker für Gefühlsdarstellungen unter die Mobilfunknutzer zu streuen.

Die Figuren tauchen ebenso in Chats, Videos wie in bearbeiteten Fotos auf – vereint unter einer gemeinsamen Oberfläche. Dazu können Spiele in die Kommunikations-App eingebunden werden. Line bekommt von den Anbietern Gebühren oder Anteile an deren In-App-Verkäufen; für Nutzer sind App und Figuren kostenlos verwendbar.

Ein Teil des Geschäfts ist auch der Idee von Groupon nachempfunden, Gutscheine zu verkaufen – hier über die Kommunikations-App. Mit dieser Mischstrategie verdient das Unternehmen bereits höhere Summen als die meisten Anbieter ähnlicher Programme. Im vergangenen Quartal betrug der Umsatz schon 75 Millionen Euro.

In Deutschland rede man derzeit mit potentiellen Partnern aus der Medienbranche, um ihnen mit Stickern die Möglichkeit zu geben, ihre Stars an die jungen Mobilfunknutzer zu bringen. Das funktioniert in anderen Ländern schon gut. In den USA ist etwa Rapper Snoop Doggy Dog in der App als “Gefühlsanzeiger” nutzbar; zu den verkauften Figuren zählen auch Ronald McDonald, Colonel Harland Sanders (der ältere Herr aus der Kentucky-Fried-Chicken-Werbung) und weitere.

Line ist für die Mobilbetriebssysteme iOS, Android, Windows Mobile, BlackBerry und Nokia Asha verfügbar sowie für PCs mit Windows und Mac OS.

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