Ubuntu Touch für Mobilgeräte kommt am 17. Oktober

BetriebssystemMobileOpen SourceSmartphoneSoftwareWorkspace
ubuntu-edge

Das Betriebssystem unterstützt bisher offiziell nur die Smartphones Galaxy Nexus und Nexus 4 sowie die Tablets Nexus 7 und Nexus 10. Die Crowdfunding-Kampagne für ein eigenes Smartphone-Modell ist trotz großen Zuspruchs gescheitert. Nun verhandelt Canonical mit Mobilgeräteherstellern und Mobilfunkprovidern.

Canonical hat für 17. Oktober den Marktstart seines Mobil-Betriebssystems Ubuntu Touch angekündigt. Nicholas Skaggs, Community Coordinator bei Canonical, forderte Tester auf, bis dahin weiterhin nach möglichen Fehlern zu suchen.

smartphones-mit-ubuntu-touch

Wer die Entwicklung von Ubuntu Touch unterstützten will, muss jedoch über ein kompatibles Smartphone oder Tablet verfügen. Offiziell sind das bisher erst vier Geräte: die erste Generation des Nexus 7, das Galaxy Nexus, sowie das Nexus 4 und das Nexus 10.

Eigentlich wollte Canonical zusammen mit Ubuntu Touch auch ein eigenes Smartphone entwickeln. Die Finanzierung des Ubuntu Edge genannten Handys sollte über eine Crowdfunding-Kampagne gesichert werden. Zwar hatte das von Canonical konzipierte Smartphone Edge mit 12,8 Millionen Dollar an Finanzierungszusagen einen Crowdfunding-Rekord aufgestellt, aber das selbstgesteckte Ziel von 32 Millionen Dollar dennoch deutlich verfehlt.

Beobachter hatten den Fehlschlag für absehbar gehalten, weil die Höhe der Fördersumme zu langsam zunahm. Ubuntu-CEO Jane Silber erklärt, hätte sich die Lage jedoch schlagartig ändern können, da sie und Mark Shuttleworth “tief in Branchengesprächen steckten, um alles zu versuchen, was die Chancen erhöht hätte.” Allerdings wollte Canonical gar nicht einen einzelnen Investor, der 20 Millionen auf den Tisch legt, sondern viele kleinere Beiträge. Silber sagte weiter, Canonical sei nicht enttäuscht, Ubuntus Smartphone-Strategie laufe weiter “mit Volldampf”.

Silber und Shuttleworth vertreten die Ansicht, dass Konzerne wie Apple und Samsung aufgrund des nötigen Risikos nicht mehr zu Innovationen in der Lage sind. “Ich glaube, gerade jetzt steht eine Periode echter Innovation und radikaler Umbrüche bevor”, so Silber. Zwei wichtige Entwicklungen seien die gegenläufigen Tendenzen, dass jeder immer mehr CPU-gesteuerte Systeme einsetze, sich aber gleichzeitig weniger Geräte wünsche und eigentlich auch brauche, weil zunehmend eine Gerät die Aufgaben eines anderen übernehmen könne.

Canonical zufolge sind die Verhandlungen mit Geräteherstellern bereits weit fortgeschritten. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit Mobilfunkanbietern in der Ubuntu Carrier Advisory Group zusammen. Zu deren Gründungsmitgliedern zählen neben der Deutschen Telekom auch China Unicom, Verizon Wireless, Telecom Italia und Everything Everywhere.

Ubuntu Touch ist allerdings nicht das einzige Open-Source-Mobil-OS, das gegen die etablierten Plattformen wie Android und iOS antreten will. Ab Oktober wird die Telekom-Tochter Congstar das erste Smartphone mit Mozillas Firefox OS in Deutschland verkaufen. Das finnische Smartphone-Start-up Jolla meldete vergangene Woche zudem einen wichtigen Durchbruch bei der Portierung seines Sailfish OS auf Standard-Android-Hardware. Mit eigenen Geräten wollen die Finnen noch dieses Jahr starten.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Open Source aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen