Xeon-E5-Reihe: Intel stellt neue Ivy-Bridge-Server-Prozessoren vor

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Die aktuellen Halbleiterchips mit Ivy-Bridge-EP-Architektur wurden in der 22-Nanometer-Technik produziert. Dadurch verbrauchen sie weniger Strom und erzielen gleichzeitig mehr Leistung. Die maximale Anzahl an Prozessorkernen hat Intel beim E5-2600 v2 von 8 auf 12 erhöht.

Auf dem Intel Developer Forum (IDF) hat der Chiphersteller die neuesten Mitglieder seiner Server-Prozessor-Familie Xeon E5-2600 vorgestellt. Die Reihe ist für Workstations und Serverkonfigurationen mit zwei Prozessorsockeln geeignet.

Die aktuellen Halbleiterchips mit Ivy-Bridge-EP-Architektur wurden in der 22-Nanometer-Technik produziert. Dadurch verbrauchen sie weniger Strom und erzielen gleichzeitig mehr Leistung. Dafür soll auch die erhöhte maximale Anzahl an Prozessorkernen sorgen, die beim E5-2600 v2 von 8 auf 12 steigt.

Intel-Logo

Die größere Energieeffizienz und Leistungssteigerung belegt Intel anhand der Benchmarks SPECpower_ssj2008 sowie SPECVirt_sc2013. Während der erste Benchmark-Test 45 Prozent mehr Effizienz ergab, analysierte das zweite Messverfahren eine um 50 Prozent gesteigerte Leistung im Vergleich zur Vorgängergeneration.

Diese Benchmark-Ergebnisse kommen nicht nur durch den Umstieg von 32 auf 22 Nanometer Strukturbreite und der höheren Anzahl an maximal möglichen Kernen zustande. Intel hat noch an weiteren Server-Schrauben gedreht: So wurde der Level-3-Cache von 20 auf 30 MByte ausgebaut. Die höchste verfügbare Taktfrequenz beläuft sich nun auf 3,5 GHz, während der Turbo-Takt um 200 MHz auf 4,0 GHz erhöht wurde.

Den maximal erhältlichen Systemspeicher hat der Halbleiterhersteller auf 1,5 TByte DRAM verdoppelt. Dieser taktet bei 1,5 Volt mit bis zu 1866 MHz. Darüber hinaus wirken sich neue Stromspar-Funktionen ebenso wie die veränderte Fertigungstechnik positiv auf die Leistungsaufnahme aus, wie Diane Bryant, General Manager für Rechenzentren und Connected Systems, erklärte.

Bryant war es auch, die die E5-2600-v2-Prozessorfamilie auf der IDF vorstellte. Die insgesamt 18 neuen Halbleiterchips seien für eine große Bandbreite an virtualisierten Aufgaben geeignet, sagte sie – wodurch die Entwicklung hin zu “softwaredefinierten” Rechnern, Speichergeräten und Netzen erleichtert werde. “Kapazitäten müssen leicht zu nutzen, On-Demand verfügbar und immer einsatzbereit sein.”

Auch zwei neue Sicherheitsfunktionen wurden integriert. So lassen sich 64-Bit-Schlüssel auf Befehlsebene erstellen, und mit OS Guard besteht die Möglichkeit, Berechtigungen auf Betriebssystem-Ebene von denen für die Applikationsebene zu trennen. So kann Malware nicht das Betriebssystem manipulieren.

Logo: Intel Xeon inside

Die Prozessorfamilie basiert auf drei Varianten des neuen Prozessor-Die namens “Ivy Bridge-EP”, von denen jede eine andere Aufgabe abdeckt. Die erste ist für vier bis sechs Kerne vorgesehen, denen 15 MByte gemeinsamer L3-Cache zur Verfügung stehen. Die Leistungsaufnahme liegt zwischen 40 und 80 Watt TDP. Die zweite sieht sechs bis zehn Cores, 25 MByte Shared-L3-Cache und 70 bis 130 Watt TDP vor. Für den Spitzenbereich gibt es einen Zwölfkernprozessor mit 30 MByte L3-Cache und 115 bis 130 Watt TDP. Hier kommt außerdem ein zusätzlicher Speichercontroller zum Einsatz, der die Bandbreite erhöht.

Je nach Prozessorvariante schwankt auch der Durchsatz via Quick Interconnect zwischen 6,4 und 8 Gigatransfers pro Sekunde (GT/s), während der PCI-Express-Controller-Takt einheitlich 8 GT/s beträgt.

Neben den Server-Prozessoren gibt es den Xeon E5-2687W für Workstations mit zwei Sockeln. Seine acht Kerne takten mit 3,4 GHz bei 150 Watt TDP.

IBM wird die neue Xeon-E5-Generation im System IBM NeXtScale einsetzen, einer flexiblen High-Density-Plattform für Einsatzbereiche wie Analytics, technisches Computing und Cloud. Weiter wird sie in den neuen Storage-Servern IBM x3650 M4 HD verbaut, die für Big Data und geschäftskritische Anwendungen bestimmt sind, sowie in allen Zwei-Sockel-Systemen von IBM einschließlich Racks und Towern von System x, Flex System, iDataPlex und BladeCenter. Auch Dell hat sich dafür als Grundlage für seine kommende Converged-Lösung PowerEdge VRTX – Dell spricht von einem “Datacenter in a Box” – entschieden.

Die Listenpreise von Xeon E5-2600 v2 liegen bei Abnahme von 1000 Stück zwischen 202 und 2614 Dollar. Sie sind ab sofort verfügbar. Außerdem führt Intel drei Single-Socket-Prozessoren des Typs E5-1600 für Workstations zu Listenpreisen von 294 bis 1080 Dollar ein.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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