Vodafone will transparenter über Surfgeschwindigkeit informieren

BreitbandMobileMobilfunkNetzwerkeTelekommunikation
Vodafone und Secusmart stellen zur CeBIT 2014 die Verschlüsselungs-App Secure Call vor.

Die adressgenaue Auskunft zur mobilen Surfgeschwindigkeit will Vodafone im Frühjahr 2014 in seine Netzverfügbarkeitskarte integriert haben. Festnetzkunden wird künftig bereits bei Vertragsabschluss ein “Geschwindigkeits-Korridor” genannt, damit sie sich ein besseres Bild machen können. Der Konzenr reagiert damit auf Kritik an den Netzbetreibern insgesamt.

Vodafone Deutschland hat auf der IFA versprochen, sein Mobilfunknetz und die darüber tatsächlich gelieferten Geschwindigkeiten für Kunden transparenter zu. Bislang seien Mobilfunkkunden nur über die Maximalgeschwindigkeit informiert worden – hätten also erfahren, mit bis zu wie viel Megabit pro Sekunde sie im Netz eines Betreibers unter den günstigsten Voraussetzungen surfen können. Damit bleibe aber im Dunkeln, mit welchem Durchsatz sie im Regelfall oder an bestimmten Stellen erwarten können.

Vodafone-Logo

“Das maximale Geschwindigkeitsversprechen in der Werbung klingt zwar gut – das reale Surferlebnis des Kunden in den Netzen der Branche ist aber oft ein anderes. Das wollen wir mit unserer Transparenz-Offensive ändern: Bei uns sollen Kunden künftig genau wissen, was sie zu erwarten haben: Wo sie wie schnell surfen können, wie schnell der Großteil unserer Kunden in der Regel im Netz mindestens unterwegs ist – und wie hoch ihre Bandbreite im Festnetz wirklich ist”, erklärt Vodafones Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum.

Zusätzlich zur beworbenen Maximalgeschwindigkeit wird Vodafone künftig auch eine regelmäßig erreichte Geschwindigkeit angeben. Dabei soll es sich um einen realistischen und bundesweit gültigen Wert handeln. Mit ihm könne man in Zukunft auch eine Steigerung der Netzqualität sehr viel besser darstellen, als über theoretische Maximalgeschwindigkeiten.

Vodafone Kunden sollen ab Frühjahr 2014 auf einer Netzkarte zudem die Geschwindigkeit im Vodafone-Netz adressgenau prüfen können. In der Karte wird der zu erwartenden Datendurchsatz bei optimalen Bedingungen, mittlerer und hoher Netzlast ablesbar sein.

O2 hat bereits im Februar Kunden die Möglichkeit eröffnet, über einen Live-Check des Mobilfunknetzes festzustellen, wie die Funklage ist. Allerdings wird dabei nach Eingabe der Adresse mitgeteilt, wie gut die sechs nächstgelegenen Basisstationen arbeiten. Vodafone verspricht dagegen eine adressgenau Auskunft.

Festnetzkunden will Vodafone bei Vertragsabschluss künftig ebenfalls einen Geschwindigkeits-Korridor angeben, damit sei bereits im Vorfeld einschätzen können, welche Geschwindigkeiten sie tatsächlich zu erwarten haben. T-Online bemüht sich im Festnetz seit kurzem mit einem Speedtest um mehr Transparenz, Kabel Deutschland setzt solch ein Tool schon länger für Werbezwecke ein. Die ITespresso-Schwestersite Silicon.de bietet ihren Lesern ebenfalls schon lange einen Test der Internet-Bandbreite an.

dsl-zahlen-eu-kommission-statista-610
DSL-Anschlüsse bieten europaweit im Schnitt tatsächlich nur 60,3 Prozent der beworbenen Geschwindigkeit. Das ergab eine von der Europäischen Kommission im Juli veröffentlichte Studie. In Deutschland kommt bei DSL-Kunden durchschnittlich immerhin 75 Prozent der zugesicherten DSL-Geschwindigkeit an. Spitzenwerte erreichen viele der osteuropäischen EU-Staaten (Grafik: Statista).
Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen