Kaspersky Internet Security Suite 2014 im Praxistest

SicherheitSoftware

Die neue Security-Suite von Kaspersky bietet einen beeindruckenden Funktionsumfang. Der Praxistest von ITespresso zeigt, wie gut der Anwender mit der Funktionsvielfalt zurechtkommt und ob der PC dadurch gebremst wird.

Sicherheit gehört zu den lästigen Aspekten beim Umgang mit dem PC. Schließlich will man den PC zur Produktivität nutzen und sich nicht ständig mit Risiken oder Gefahren beschäftigen müssen. Doch am Thema Sicherheit führt nun mal kein Weg vorbei.

Die Software-Anbieter versuchen das Problem durch komplett ausgestattete Sicherheitspakete zu lösen, die alle möglichen Gefahren durch eine Sammlung von Security-Tools abwehren sollen. Die Suite soll den Anwender dann in allen digitalen Lebenslagen vor Hackern, Viren, Trojanern, Phishing und Malware aller Art schützen, ohne dass der sich noch um irgendetwas kümmern müsste.

Ein kurzer Blick auf die Websites von Avast, AVG, Avira, G-Data, F-Secure, McAfee, Panda Security, Symantec, Trend Micro und Kaspersky Lab zeigt: Alle großen Anbieter haben eine solche Suite im Angebot.

Auch für Smartphones

Inzwischen koppeln die Hersteller ihre Programme mit Tools für den Schutz des Smartphones. Gerade bei Smartphones mit dem weit verbreiteten Android hat sich das Risiko, Opfer einer Malware-Attacke zu werden, in den vergangenen zwei Jahren drastisch erhöht. Wer ein Smartphone mit geschäftlichen oder persönlichen Daten füllt, aber keine Sicherheitsmaßnahmen ergreift, handelt fahrlässig.

Die Herausforderung für die Entwickler der Security-Suiten besteht nicht nur darin, mit den neuesten Tricks der Cyberkriminellen Schritt zu halten. Sie müssen den Programmcode so schlank gestalten, dass die Performance des PCs nicht spürbar ausgebremst wird. Schließlich ist das Sicherheitsprogramm ständig im Hintergrund aktiv.

Zudem müssen sie eine Vielzahl von Optionen in eine möglichst übersichtliche Bedienoberfläche packen. Je einfacher und unmissverständlicher die Bedienung desto geringer das Risiko einer versehentlichen Fehlbedienung.

Kasperskys Internet Security Suite 2014 zeichnet sich durch ein simple und übersichtliche Bedienoberfläche aus.
Kasperskys Internet Security Suite 2014 zeichnet sich durch eine simple und übersichtliche Bedienoberfläche aus.

Praxistest Internet Security Suite 2014

Gerade in den Handel gekommen ist die neue Version von Kasperskys Internet Security Suite 2014. Die Redaktion ITespresso hat das Programm einem Praxistest unterzogen.

Eine kurze Aufzählung verdeutlicht den enormen Funktionsumfang der Internet Security Suite 2014. Der beginnt beim klassischen Virenschutz und der Firewall, geht weiter mit dem Schutz vor Phishing, dubiosen Links und Rootkits, setzt sich fort bei Anti-Spam und Anti-Banner und ist mit einem Scan von Schwachstellen des Betriebssystems noch lange nicht am Ende.

Gelungene Bedienoberfläche

Nach der Installation wird schnell deutlich, dass es Kaspersky tatsächlich gelungen ist, die Vielzahl der Funktionen sehr übersichtlich zu präsentieren. Die Bedienoberfläche wirkt schlicht und aufgeräumt. Sie ist nirgendwo überladen oder verschachtelt. Zudem sind die zahlreichen Optionen logisch strukturiert. Alle Einstellmöglichkeiten sind da, wo man sie auch erwartet.

Auch die Lokalisierung ist gelungen. Hilfetexte und kurze Hinweis sind gut verständlich und in klarem Deutsch formuliert. Das ist bei der oftmals hektischen Lokalisierung von Software heutzutage keineswegs selbstverständlich.

Im Schutzcenter legt der Nutzer alle Einstellungen für die verschiedenen Schutzfunktionen fest.
Im Schutzcenter legt der Nutzer alle Einstellungen für die verschiedenen Schutzfunktionen fest.

Zur Übersichtlichkeit trägt auch die Optik bei. Kaspersky hat bei der Internet Security Suite 2014 ein eher schlichtes Design gewählt, das statt bunter Vielfalt auf eine beschränkte Anzahl von Icons und Symbolen setzt. Diese haben so einen schnellen Wiedererkennungswert. Ein Beispiel ist der virtuelle Schiebeschalter, mit dem man Schutzfunktionen wie Firewall oder Spamfilter ein- und ausschaltet. Der sitzt immer an der gleichen Stelle, sieht immer gleich aus und ist deshalb auch sofort erkennbar.

Als Leitfarbe verwendet Kaspersky in der Internet Security Suite 2014 Grün. Grün signalisiert, dass eine Schutzfunktion aktiviert ist.

Der Aktivitätsmonitor überwacht die Aktivitäten installierter Programme.
Der Aktivitätsmonitor überwacht die Aktivitäten installierter Programme.

Grundeinstellungen im Schutzcenter

Im Schutzcenter ruft der Anwender die einzelnen Features auf und stellt diese bei Bedarf individuell ein. So kann er beispielsweise in der Funktion “Datei Anti-Virus-Einstellungen” bestimmen wie die Software infizierte Dateien behandeln soll. Der Punkt “Einstellungen der Programmkontrolle” kontrolliert die Aktivitäten der installierten Programme. Hier wählt der Anwender beispielsweise, welche Programme beim Start blockiert werden.

Online-Banking mit Virtual Keyboard

Besonderen Wert legt Kaspersky auf den Bereich Online-Banking und Passwörter. Das entsprechende Modul “sicherer Zahlungsverkehr” lässt sich als eigener Icon auf dem Desktop ablegen. Um die Funktion zu nutzen, muss der Anwender seine Online-Banking-Seiten oder Webshops mit Name und Web-Adresse in eine Liste eintragen. Will er dann beispielsweise eine Online-Überweisung tätigen, ruft er den Browser direkt aus der Security-Suite heraus auf. Dabei wird zuerst die Echtheit der Seite geprüft, um auszuschließen, dass man nicht per Phishing auf einer gefälschten Website landet und dort Cyberkriminellen unwissentlich Passwörter verrät.

Die virtuelle Tastatur soll verhindern, dass Hacker die Eingaben beim Online-Banking auslesen können.
Die virtuelle Tastatur soll verhindern, dass Hacker die Eingaben beim Online-Banking auslesen können. Der grüne Rahmen zeigt an, dass die Website von Kaspersky auf “Echtheit” geprüft wurde.

Ein grüner Rahmen um die Website zeigt an, dass Kaspersky die Seite gesichert hat. Bei der Eingabe von sensiblen Informationen wie Kreditkartendaten, Benutzernamen oder Passwörtern versucht Kaspersky zudem das Anzapfen der Eingaben auf der Tastatur mittels der gefürchteten Keylogger zu unterbinden. Noch sicherer ist es, wenn der Anwender das Virtual Keyboard aufruft. Hier werden die Eingaben per Mausklick auf die Tasten einer eingeblendete Software-Tastatur vorgenommen.

Weitere Schutzfunktionen

Neben dem klassischen Schutz vor Viren, Trojanern und Malware hat Kaspersky noch weitere Funktionen eingebaut. Die Suite schützt etwa vor Netzwerkangriffen, kontrolliert Messenger-Nachrichten auf Phishing oder schädliche Links, überprüft Dateianhänge in E-Mails, bekämpft Spam, kontrolliert den Web-Datenverkehr auf dubiose Skripte und nimmt Messages in Facebook oder Twitter unter die Lupe.

Beim Scan der Festplatte zeigt der Task Manager eine CPU-Auslastung zwischen sechs und zwölf Prozent an.
Beim Scan-Vorgang zeigt der Task Manager eine CPU-Auslastung zwischen sechs und zwölf Prozent an.

Die Untersuchung, ob eine Webseite authentisch oder manipuliert ist, ist allerdings nur mit den Browsern Internet Explorer, Google Chrome und Firefox möglich. Safari wird nicht unterstützt.

Der “Aktivitätsmonitor” macht bei Bedarf Veränderungen rückgängig (Rollback), die durch Programme verursacht werden. Außerdem kann der Anwender Datenspuren, die er etwa beim Surfen im Browser oder beim Aufrufen von Dateien auf der Festplatte hinterlässt, löschen.

Die Software greift bei vielen Kontroll- und Prüfroutinen auf Kaspersky-Datenbanken in der Cloud zurück, beispielsweise bei der Überprüfung zweifelhafter Programme und Dateien.

Die Alles-ein-Automatik

Wer sich nicht mit all diesen Einstellungen beschäftigen will, kann auch einfach in der Grundeinstellung die empfohlenen Einstellungen belassen. Dann legte die Software selbsttätig alle Einstellungen fest.

Empfehlenswert ist es aber schon, nach der Installation alle Schutzfunktionen und Bereiche wenigstens einmal durchzugehen, und dabei nicht benötigte Funktionen zu deaktivieren. Das spart Rechenleistung.

Keine Performance-Bremse

Apropos Rechenleistung: Bei soviel Malware-Schutz besteht die Gefahr, dass die Performance des Rechners leidet. Im Test ist davon aber nichts zu spüren. Der Task Manager zeigt etwa zwischen sechs und zwölf Prozent CPU-Leistung an, während das Programm die Festplatte scannt. Getestet wurde die Security Suite auf einem aktuellen Intel-Core-i5-Rechner (520M, 2,4 Gigahertz) mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und Windows 7 Professional (64 Bit).

Bei Verlust oder Diebstahl eines Android-Smartphones kann der Anwender das Gerät über die Website von Kaspersky sperren lassen und dem Dieb einen freundlichen Gruß schicken.
Bei Verlust oder Diebstahl eines Android-Smartphones kann der Anwender das Gerät über die Website von Kaspersky sperren lassen und dem Dieb einen freundlichen Gruß schicken.

Mobilversion für Android

Zur Internet Security Suite 2014 gehört auch die Security-Suite für Android-Smartphones. Die entsprechende App steht in Googles Playstore und auf der Kaspersky-Website zum Download bereit. Der Funktionsumfang ist natürlich nicht so riesig wie bei der Desktop-Version, aber die sinnvollen Schutzmodule für das Smartphone sind an Bord. Das Programm sichert den Anwender beim Surfen, bietet einen Filter für unerwünschte Kontakte bei SMS und Telefon und untersucht neue Apps auf Malware.

Das Options-Menü in Kasperskys Internet Security für Android. Neben der Scan-Funktion ist der Diebstahlschutz die wichtigste Funktion.
Das Options-Menü in Kasperskys Internet Security für Android. Neben der Scan-Funktion ist der Diebstahlschutz die wichtigste Funktion.

Am wichtigsten ist wohl die Funktion “Diebstahlschutz”. Dazu muss der Nutzer erst mal ein Konto auf dem Kaspersky-Server einrichten. Dann lässt sich das Gerät im Falle eines Verlusts orten oder sperren. Auch die auf dem Smartphone gespeicherten Daten wie Kontakte oder Termine lassen sich so remote löschen.

Daneben kann man einem potenziellen Dieb eine Nachricht schicken und ihn sogar fotografieren – vorausgesetzt, das jeweilige Smartphone verfügt über eine zweite Digicam, mit denen man beispielsweise Videotelefonate starten kann.

Fazit: Leistungsfähiges Schutzpaket mit einfacher Bedienung

Kasperskys Internet Security Suite 2014 ist ein umfassendes Schutzprogramm, das alle derzeit diskutierten Attacken und Gefahren im digitalen Zeitalter aufs Korn nimmt und damit auch technisch auf der Höhe der Zeit ist. Damit bietet die Software keine perfekte Sicherheit, aber immerhin soviel Schutz wie für Anwender sinnvoll und möglich ist.

Besonders hervorzuheben sind die übersichtliche Bedienoberfläche und die Kombination mit der Security-Software für Android-Smartphones. Die Desktop-Version ist auch für Mac erhältlich. Als Einzelplatzversion kostet das Programm 40 Euro. Darin sind Updates für ein Jahr enthalten. Wie sich die Kaspersky Software und ihre Mitbewerber im Kampf gegen Viren und andere Malware schlagen, testen regelmäßig hochspezialiserte Labore. Im deutschsprachigen Raum sind das AV-Comparatives und AV-Test, die auf ihren Webseiten auch regelmäßig aktuelle Testergebnisse veröffentlichen.