Facebook hat 2013 deutschen Behörden in rund 700 Fällen Daten von Nutzern gegeben

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Facebook Logo (Bild: Facebook)

Das geht aus dem ersten Transparenzbericht des Unternehmens hervor. Das Soziale Netzwerk hat gut einem Drittel der Anfragen stattgegeben. In den USA liegt der Anteil mit 79 Prozent deutlich höher. Weltweit verlangen Behörden im ersten Halbjahr 2013 Einsicht in Daten von fast 40.000 Facebook-Mitgliedern.

Facebook folgt dem Beispiel anderer Webkonzerne und hat erstmals einen Transparenzbericht vorgelegt. Mit ihm will das Unternehmen über Anfragen von Regierungen und Behörden nach Daten von Mitgliedern Auskunft geben. Im ersten Halbjahr 2013 forderten demnach deutsche Behörden mit 1886 Anfragen die Daten von insgesamt 2068 Nutzern an. Facebook bediente nach eigenen Angaben 37 Prozent der Auskunftswünsche – also in 697 Fällen. In den restlichen Fällen sei man gesetzlich nicht dazu verpflichtet gewesen. Wie viele Nutzer in Deutschland von der Herausgabe von Daten letzendlich betroffen waren, führt Facebook nicht an.

(BIld: Statista/http://de.statista.com/themen/42/internet/infografik/668/vertrauen-der-deutschen-in-internet--und-telekommunikationsunternehmen/)
Die Auswertung der im Oktober 2012 veröffentlichten Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 2012 (ACTA) zeigt, dass die Befragten Facebook gegenüber am misstrauischsten sind (Grafik: Statista).

In den USA war der Anteil mit 79 Prozent deutlich höher. Insgesamt stellten US-Behörden zwischen 11.000 und 12.000 Anträge, die 20.000 bis 21.000 Facebook-Nutzer betrafen – mehr als in jedem anderen Land. Die zweitmeisten Anfragen kamen aus Indien (3245 Anfragen), die drittmeisten aus Großbritannien (1975 Anfragen). Der Anteil der erfüllten Auskunftswünsche lag in Indien bei 50 Prozent, in Großbritannien bei 68 Prozent.

Facebook prüfe die Rechtsgrundlade jeder Anfrage sowie die Übereinstimmung mit Facebooks Nutzungsbedingungen, erklärt Colin Stretch, General Counsel bei Facebook. “Wir fechten viele dieser Anfragen an und weisen sie ab, wenn wir rechtliche Bedenken haben, dies gilt auch für Anfragen, die zu weit gefasst oder zu vage sind.” Auf berechtigte Anfragen gebe Facebook oftmals nur “allgemeine Informationen”, etwa den Namen eines Nutzers heraus.

Weltweit erhielt Facebook zwischen Januar und Juni bis zu 26.607 Anfragen, die bis zu 38.954 Nutzer betrafen. Zu 16.695 Anfragen gab das Unternehmen Informationen über seine Mitglieder an Regierungsstellen weiter. Der Bericht lässt allerdings auch Fragen offen. So werden weder die Behörden genannt, die hinter den Anfragen stehen, noch die Daten genau beschrieben, die Facebook offenlegt.

Facebook: Weltweite Datenanfragen im ersten Halbjahr 2013

Land Anfragen insgesamt Anfragen zu Benutzern/Konten Anteil der beantworteten Anfragen
Vereinigte Staaten von Amerika 12000 21000 79 %
Indien 3245 4144 50 %
Vereinigtes Königreich 1975 2337 68 %
Deutschland 1886 2068 37 %
Italien 1705 2306 53 %
Frankreich 1547 1598 39 %
Brasilien 715 857 33 %
Australien 546 601 64 %
Spanien 479 715 51 %
Andere 2509 3328 48 %
Gesamt 26607 38954 63 %

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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