Trotz Finanzierungproblemen: Anfang 2014 soll das Ubuntu-Smartphone kommen

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Das Crowdfunding für das Smartphone-System des südafrikanischen Linux-Unternehmens brachte “nur” 12,8 Millionen Dollar ein – 19 Millionen weniger als angepeilt. Die potenziellen Förderer erhalten diese Woche ihren Einsatz zurück. Dennoch kündigt Canonical für Anfang des kommenden Jahres erste Geräte an.

Ubuntu-CEO Jane Silber verspricht, die ersten Smartphone-Modelle mit “Ubuntu Touch” im Frühjahr auszuliefern. Es soll sich aber, anders als zunächst geplant, lediglich um Smartphones und nicht um Systeme handeln, die man auch als Desktop-Ersatz nutzen kann.

Ubuntu

Die ersten Modelle mit Ubuntu “werden nur Smartphones sein, nicht vielseitige Geräte, die man auch an einen Monitor anstecken kann. Ich denke, Konvergenz gehört die Zukunft. Sie kann viele Formen annehmen”, erklärte Silber.

Das von Canonical selbst konzipierte Smartphone Edge hatte mit 12,8 Millionen Dollar an Finanzierungszusagen zwar einen Crowdfunding-Rekord aufgestellt, das selbstgestecktes Ziel allerdings um 19 Millionen Dollar verfehlt. Es wird nun nicht gebaut werden. Die Förderer bekommen die via Indiegogo eingezahlten Beiträge im Lauf dieser Woche zurück.

Beobachter hatten den Fehlschlag für absehbar gehalten, weil die Höhe der Fördersumme zu langsam zunahm. Wie Silber jetzt erklärt, hätte sich die Lage jedoch schlagartig ändern können, da sie und Mark Shuttleworth direkt mit möglichen Partnern und Herstellern sprachen. “Wir steckten tief in Branchengesprächen, um alles zu versuchen, was die Chancen erhöht hätte.” Allerdings wollte Canonical gar nicht einen einzelnen Investor, der 20 Millionen auf den Tisch legt, sondern viele kleinere Beiträge.

Silber sagte auch, Canonical sei nicht enttäuscht, Ubuntus Smartphone-Strategie laufe weiter “mit Volldampf”. Tests des Systems wurden schon im April gestartet. Das Edge habe 11.000 Unterstützer gefunden und den bisherigen Schwarmfinanzierungsrekord der Smartwatch Pebble (10,26 Millionen Dollar) übertroffen. Das sei eine herausragende Nachfrage nach einem Gerät, das noch gar nicht existierte, und eine an die Smartphone-Hersteller gerichtete Botschaft.

Silber und Shuttleworth vertreten die Ansicht, dass Smartphone-Konzerne wie Apple und Samsung aufgrund des nötigen Risikos nicht mehr zu Innovationen in der Lage sind. Aber Silber sagt: “Ich glaube, gerade jetzt steht eine Periode echter Innovation und radikaler Umbrüche bevor.” Zwei wichtige Entwicklungen seien dabei die gegenläufigen Tendenzen, dass jeder immer mehr CPU-gesteuerte Systeme einsetze, sich aber gleichzeitig weniger Geräte wünsche und eigentlich auch brauche, weil zunehmend das eine Gerät die Aufgaben eines anderen übernehmen könne.

[mit Material Florian Kalenda, ZDNet.de]

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