Offizieller Benzinpreisvergleichsdienst startet voraussichtlich im September

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Mobile Benzinpreisvergleiche

Im Zwangsverfahren müssen alle Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne ihre Preise spätestens Ende August an eine zentrale Datenbank liefern, die die Ergebnisse wiederum den Verbraucherdiensten weitergibt. Damit hat die Kartellbehörde nun zur Vorschrift gemacht, was die Online-Betreiber mit ihren Preisvergleichsservices schon auf freiwilliger Meldebasis anbieten. Aber zumindest ein Schummeln der Tankstellen ist nun erschwert.

Anfang Septenber geht eine Datenbabank des Bundeskartellamts zu Benzinpreisen in den laufenden Betrieb. Sie sammelt die Informationen und gibt sie weiter.

Kartellrechtsamtspräsident Andreas Mundt und hatte erklärt, der Service zum Melden von Benzinpreisen, den die Kartellbehörde schon seit vergangenem Jahr fordert, könne nun endlich in den Testbetrieb gehen. Über Smartphones, Navigationsgeräte oder das Internet sollen Nutzer die Spritpreise der Tankstellen abfragen können. Auf ein genaues Datum wollte Mundt sich nicht festlegen, und auch eine Web-Adresse konnte er zunächst nicht nennen. Eine Pflichtmeldestelle für die Mineralölindustrie existiert jedoch bereits. Die Kartellbehörde kündigte an, dass am 31. August die gesetzliche Meldepflicht für Preisdaten an die sogenannte Markttransparenzstelle greifen werde. Seit Mitte August würden schon 13.000 Tankstellen erfasst und drei Anbieter von Verbraucherinformationsdiensten zugelassen seien. Das Gesamtsystem könne nun getestet werden.

Alexander Mundt, Kartellamt
Alexander Mundt, Präsident der Bundeskartellbehörde: Der Benzinpreisvergleich kann ab September in den Testbetreb gehen.

Die großen Tankstellenketten Agip, Aral, Esso, JET OMV, Shell, Star und Total hatten bereits Anfang August ihre Stationen angemeldet und unter den 13.000 registrierten “Tanken” seien nach Angaben des Bundesverbandes der freien Tankstellen viele seiner Mitglieder, meldet die Verkehrsrundschau.  Doch rund 1200 freie Tankstellen von insgesamt 2250 fehlten derzeit noch.

Die Zentralstelle würde die Preise in Echtzeit sammeln und an schon vorhandene Benzpreisvergleichsdienste weitergeben, erzählt die Behörde und nennt ADAC, Webseiten wie “Clever-tanken.de” oder “Mehr-tanken.de” und Hersteller von Navigationsgeräten.

Die Verbraucherinformationsdienste müssen jeweils eine Zulassung der MTS-K (“Markttransparenzstelle für Kraftstoffe”) beantragen. Clever-Tanken.de hat sie bereits und meldet: “Da die MTS-K nur die Sorten Super E 10, Super E 5 und Diesel erfasst und weitergibt, werden wir wie gewohnt auch zusätzliche Informationen zu Superplus und Autogas / Erdgas bereitstellen.”

Die zusätzlichen Preismeldungen der Nutzer werden nach wie vor bei allen weiteren Services miteinbezogen – vermutlich sind sie sogar schneller als die Zwangsmeldungen an das angebliche Echtzeitsystem der Kartellwächter.

 

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