Software-Unterlizenzierung: Deutsche Unternehmen zahlen mehr Strafe denn je

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(Bild: shutterstock / caliber_3D)

Die BSA, Kopierschutzvereinigung der Software-Industrie, kassierte im ersten Halbjahr 2013 ganze 35 Prozent mehr Schadensersatzzahlungen als im Vorjahr. Wer die eingesetzte Software nicht bezahlt, so die Argumente der Business-Software-Alliance, verdient es eben nicht anders.

Einen erfolgreichen Kampf gegen Unterlizenzierung in deutschen Unternehmen vermeldet die BSA: Man habe im ersten Halbjahr 2013 die Summe der Schadensersatzzahlungen im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um 35 Prozent gesteigert. In über einhundert Fällen hätte die BSusiness Software Aliance in diesem Zeitraum zu Rechtsmitteln gegriffen, was in den meisten Fällen zu einer Anzeige und zur Durchsuchung der betroffenen Firma durch die Staatsanwaltschaft führte.

paragraphenLizenzsünder müssen nicht nur Schadensersatz leisten, sondern zusätzlich die ordentliche Lizenzierung bezahlen. Das kostete die Firmen laut BSA im EMEA-Raum (Europe, Middle East and Africa) dieses Halbjahr rund sechs Millionen US-Dollar.

In Deutschland war die BSA wie in den Jahren zuvor in Nordrhein-Westfalen (21 Prozent der Fälle) und Bayern (15 Prozent) besonders aktiv. Neu ist dagegen der große Anteil von Fällen aus Niedersachsen (12 Prozent) und Sachsen (11 Prozent). Auch der größte Einzelfall wurde aus Sachsen gemeldet: Ein Unternehmen in Riesa musste mit rund 100.000 Euro den höchsten Schadensersatz an die BSA in Deutschland im ersten Halbjahr leisten.

Gerade Agenturen (24 Prozent) sowie IT- und Dienstleistungsfirmen (je 16 Prozent) seien besonders lizenzresistent gewesen. Georg Herrnleben, Senior Director EMEA der BSA, erklärt: “Vor allem dynamische Branchen mit schnellem Wachstum oder heftigen Fluktuationen vernachlässigen die Lizenzpflege oft“. Dass im Grunde niemand dafür verantwortlich sein will, schützt aber vor Strafe nicht.

ITespresso empfiehlt Unternehmen, die sich Softwarelizenzen aus Liquiditätssgründen nicht leisten können, monatliche Abonnements von Webdiensten. Das Problem der Lizenzen tut sich hier erst gar nicht auf und die SaaS-Kosten können von der Steuer abgesetzt werden.

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