Nach Crowdfunding und Crowdsourcing kommt Crowd-Management

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Crowdsourcing

Der eco-Verband schätzt die “Macht der Masse” der Internet-Nutzer als ideales Vehikel zur Auslagerung von Kreativ- und Planungsprozessen ein. Es könne Unternehmen vom “Tunnelblick” befreien. Selbst betriebswirtschaftliche Entscheidungen ließen sich per Crowdsourcing treffen.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco trommelt für die Auslagerung der Unternehmenssteuerung ins Internet. Das schaffe schließlich deutlichen Mehrwert für Unternehmen, denn Crowdsourcing-Ansätze in Finanzierung, Markenbildung oder Unternehmenssteuerung könnten inzwischen gezielter und vielfältiger denn je genutzt werden. Markus Schaffrin, Geschäftsbereichsleiter Mitgliederservices im eco-Verband, meint, das schaffe  Platz für außergewöhnliche und visionäre Ideen.

Markus Schaffrin, eco-Verband
Markus Schaffrin vom eco-Verband hält die Masse der Internet-Nutzer durchaus für fähig, Unternehmensentscheidungen mitzugestalten. (Foto: eco)

Eco nennt bekannte Crowdsourcing-Projekte wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die Verkehrs-App iCoyote oder das Kartensystem OpenStreetMap als gute Beispiele für die simultane Unterstützung tausender Nutzer. “Crowdsourcing kennt keine kreativen Grenzen, ist kostengünstig und hält Informationsangebote immer auf dem neuesten Stand”, betont Schaffrin. Aufwendige externe Marktforschung wird laut eco-Verband dadurch nahezu überflüssig – Nutzer und Endkunden nehmen als “Crowdworker” direkten Einfluss auf Faktoren wie Markenbildung und Produktentwicklung.

Der Ansatz der Internet-Steuerung könne mitunter sogar traditionelle Unternehmensstrukturen ersetzen – der Hamburger Unternehmer Uwe Lübbermann zum Beispiel lasse seine Getränkemarke Premium  bereits seit elf Jahren vollständig aus der Crowd steuern, “ganz ohne Geschäftsleitung oder Büros”, erklärte Schaffrin auf einem eco-Kongress. Über eine Mailingliste verhandelten Kunden, Händler, Lieferanten und Mitarbeiter jede Unternehmensentscheidung. Lübbermann und die Premium-Crowd setzten dabei durchweg auf Konsens, Transparenz und nachhaltiges Wirtschaften.

Allerdings stecke das Crowdsourcing trotz seines Potenzials und deutlicher Fortschritte noch immer in einer frühen Phase. “Einige missglückte Kampagnen der letzten Jahre – etwa der oft zitierte Designwettbewerb ‘Mein Pril – mein Stil’ von Henkel – haben deutlich gezeigt, dass sich Risiken nie komplett ausschließen lassen”, so Schaffrin.

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