German RepRap und FabliTec bündeln 3D-Scan und 3D-Druck

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FabliTec-Ausdruck

Der 3D-Drucker-Hersteller offeriert nun auch die Software von FablitTec, einem Spin-off des Lehrstuhls für Bildverarbeitung der TU München. Die neue Version schafft noch detailgetreuere Figuren und verringert die Druckkosten, indem sie das Innere des Druckkörpers aushöhlt. Als Scanner kann Microsofts Kinect oder jeder andere OpenNI-kompatible 3D-Sensor agieren.

Die German Reprap GmbH aus Feldkirchen bei München, 3D-Druck-Dienstleister für die Industrie, und die FablitTec UG liefern nun gemeinsam den FabliTec-3D-Scanner und die passende Hardware aus. Mit der Software des Uni-Spin-offs lassen sich Personen und Gegenstände aufnehmen und als dreidimensionale Figuren und Porträtbüsten ausdrucken.

FabliTec-Scan innen hohl
Die neue 3D-Scan-Software vermindert durch Aushöhlung die benötigte Materialmenge für den 3D-Druck. (Bild: FabliTec UG)

Das Scan-Programm FablitTec 1.0 erzeugt realitätsgetreue 3D-Abbildungen. Unabhängig von Hardware- oder Dienstleistungskosten lässt sich die Software derzeit zum “Sommerpreis” von 147,50 Euro erwerben und gibt die Ergebnisse auf den meisten 3D-Druckern aus.  FablitTec erzeugt Modelle in den Formaten PLY, STL oder VRML.

Neben Bugfixes an den Versionen vor 1.0 wurden nun einige Funktionserweiterungen und Erleichterungen der Bedienerführung hinzugefügt. Die wichtigste Neuerung: 3D-Modelle können jetzt innen hohl gemacht werden. Der Ausdruck durch einen externen Druckdienstleister kostet so weniger Material und damit teilweise nur noch ein Drittel des bisherigen Preises.

Die Auflösung des 3D-Modells ist in flexiblen Stufen von 128 bis 384 einstellbar – damit sind schärfere 3D-Porträts und 3D-Figuren möglich als bisher.  Eine vertikale Kameraposition vergrößert den Scan-Bereich. Im 3D-Viewer ist die Position der Kamera während der Rekonstruktion jetzt immer sichtbar.

Zum Scannen genüge eine einzige Umdrehung, damit die Software aus der gescannten Person eine druckbare 3D-Datei generieren kann, erklären die FablitTec-Gründer Dr. Jürgen Sturm und Prof. Dr. Daniel Cremers.

Packshot_3D_Scan_FablitecSie entwickelten ein Verfahren, das die Kamerapose direkt auf der Oberfläche des zu scannenden Menschen oder Gegenstands berechnet. Stellen, die nie observiert werden wie etwa auf dem Kopf oder unter dem Kinn, werden automatisch gefüllt. Dadurch bekommt man immer eine druckbare Büste. Mit der neuen Version werden Objektteile, die nicht mit dem Hauptobjekt verbunden sind, entfernt.

Die fertige Version 1.0 benötigt wesentlich weniger Speicher als noch die Entwicklungsvarianten brauchten. Damit läuft der FablitTec 3D-Scanner jetzt auch in der Standardauflösung (256) auf Systemen mit weniger als 500 MByte-Grafikkartenspeicher (er benutzt NVidias CUDA-RAM). Er benötigt neben der Nvidia-Grafik eine Microsoft-Kinect-Lösung (auch Asus hat etwas Vergleichbares im Portfolio) und Windows ab Version 7 und einen PC mit mindestens 4 GByte RAM.

Sowohl FabliTec als auch German Reprap sind aus Universitätsprojekten heraus entstanden Während FabliTec dem Lehrstuhl für Bildverarbeitung der TU München entsprang, ist German Reprap aus einer Stiftung hervorgegangen, die den sich nahezu selbst reproduzierenden 3D-Drucker aus einem Projekt der britischen University of Bath zusammenbaute.

Derzeit suchen die Kooperationspartner noch weitere Wiederverkäufer, die dann unter eigenem Branding Produkte für beispielsweise  professionelle Fotostudio-Lösungen zum Erstellen von 3D-Porträts oder für andere Anwendungen verkaufen.

Eine Testversion ist als Download erhältlich. Es sind alle Funktionen freigeschaltet – außer dem Abspeichern der Daten in einem Format zur Weiterverarbeitung. Anwender der Vorgängerversion des FabliTec-3D-Scanners können sich das Update kostenlos über die Webseite von FabliTec  herunterladen.

In einem Video zeigen die Entwickler, wie der Scan funktioniert:

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