Anzeigennetze verbreiten Android-Malware

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Weil Schadprogramme über Anzeigenschaltungen (oder “gekaperte” Ads) auf das Smartphone oder Tablet gelangen, erkennen  viele Antivirenprogramme sie nicht. Ausprobiert haben dies Cyberkriminelle in Asien. Die dort aufgetauchte Malware meldet Nutzer bei teuren Premium-SMS-Diensten an. Experten warnen: Länder ohne eigenen Google Play Store müssen mit einer Zunahme solcher Angriffe rechnern.

Nach einem Bericht von Computerworld werden Hintertüren in mobilen Anzeigennetzwerken benutzt, um Schadsoftware auf Android-Geräte zu schleusen. Laut einer Untersuchung von Palo Alto Networks wird diese Methode aktuell benutzt, um neue Bedrohungen für Googles Mobilbetriebssystem zu verbreiten.

(Bild: shutterstock/Balefire)Mobile Entwickler integrieren die Anzeigennetzwerke in ihre Anwendungen, um sicherzustellen, dass ein Aufruf einer Anzeige ihnen zugeordnet werden kann und sie dafür bezahlt werden. Der in die App eingebaute fremde Code biete aber auch einen direkten Zugang zu einem Gerät, schreibt Wade Williamson, Sicherheitsanalyst bei Palo Alto Networks, in einem Blogeintrag. Werde ein Anzeigennetzwerk kompromittiert, sei auch eine sonst vollkommen harmlose App in der Lage, gefährliche Inhalte auszuliefern. “Was man an diesem Punkt hat, ist ein fertiges Botnet.”

Dem Bericht zufolge gibt es bereits Beispiele für derartige Angriffe. Im April hatte der Sicherheitsanbieter Lookout 32 in Google Play angebotene Apps entdeckt, die ein betrügerisches Anzeigennetzwerk namens “BadNews” nutzten. Die Malware an sich habe sich als Update für die legitimen Anwendungen getarnt.

Palo Alto Networks registrierte kürzlich einen ähnlichen Angriff in Asien. Da der Schadcode durch ein Anzeigennetzwerk eingeschleust worden sei, sei er von mobilen Antivirenprogrammen nicht erkannt worden, ergänzte Williamson. Der Code werde danach unbemerkt im Hintergrund ausgeführt. Sobald eine beliebige neue App installiert werde, frage auch die Malware den Nutzer nach Berechtigungen, was dann so aussehe, als sei der Dialog Teil der Installationsroutine der neuen App.

Anschließend sei die Schadsoftware in der Lage, Textnachrichten abzufangen oder zu verstecken. Sie könne auch selber SMS verschicken, um Nutzer für Premiumdienste anzumelden, heißt es in dem Blogeintrag.

Die Angriffe seien allerdings auf bestimmte geografische Regionen beschränkt, erklärte Bogdan Botezatu, Senior E-Threat Analyst bei Bitdefender, gegenüber Computerworld. Die Verbreitung von mobiler Malware über Anzeigennetzwerke werde vor allem in Ländern zunehmen, in denen der offizielle Google Play Store nicht erhältlich sei. Dort seien die Geräte meist so konfiguriert, dass sie auch Android-Installationspakete aus unbekannten Quellen akzeptierten.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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