Matterhorn-Protokoll für barrierefreie PDF-Dokumente veröffentlicht

Software
PDF association Matterhorn-Protokoll

Die PDF Association hat mit der Version 1.0 des Protokolls die praktische Umsetzung des PDF/UA-Standards für Erstellung und Nutzung barrierefreier PDF-Dokumente vorangetrieben. Gerade Menschen mit Behinderungen sollen dadurch maßgeblich profitieren. Der PDF Accessibility Checker ist das erste Tool, das auf dem Matterhorn-Protokoll aufbaut.

PDF Accessibility Checker
Der “Accessibilty Checker” prüft, ob ein PDF-Dokument wirklich barierefrei ist. (Bild: PDF Association)

Ohne die Vielfalt von PDF-Dokumenten einzuschränken, legt der PDF/UA-Standard (ISO 14289) fest, wie die uneingeschränkte Zugänglichkeit von Inhalten in PDF-Dateien für Menschen mit Behinderungen sichergestellt werden kann. Von Lesereihenfolge bis Schriftverwendung definiert die PDF/UA-Norm Vorgaben, um Barrieren beim Zugriff auf Seiteninhalte, Formularfelder, Anmerkungen, Metadaten und andere Elemente der PDF-Dateien auszuschließen. Damit können auch Benutzer, die spezielle Hilfsmittel – wie beispielsweise Screenreader, Spezialmaus oder Sprachausgabe und -eingabe – einsetzen, mit elektronischen Inhalten in PDF-Dokumenten interagieren.

Das Matterhorn-Protokoll wurde entwickelt, um die Einführung von PDF/UA in der Praxis zu fördern. Es besteht aus 31 Prüfabschnitten, die sich aus 136 einzelnen, präzise definierten Fehlerbedingungen zusammensetzen. Dies erleichtert Software-Herstellern erheblich die Entwicklung von Programmen für die Erstellung und Überprüfung PDF/UA-konformer PDF-Dateien und -Formulare. Jeder Matterhorn-Prüfabschnitt bildet einen speziellen Bereich der Konformitätsanforderungen ab, wie die “Festlegung der Textsprache” oder “Metadaten”. Die einzelnen Fehlerbedingungen definieren jeweils einen spezifischen Test auf Dokument-, Seiten-, Objekt- oder Java-Script-Ebene. Ein Teil der Fehlerbedingungen kann von einer Software programmatisch geprüft werden, wohingegen eine Reihe anderer Fehlerbedingungen interaktiv geprüft werden müssen. Ein typisches Beispiel für eine Fehlerbedingung, bei der menschliche Unterstützung benötigt wird, ist “Überschriften sind nicht markiert”. Ob eine Fehlerbedingung wie “Alternativtext für eine Abbildung fehlt” vorliegt, kann durch ein Programm automatisiert ermittelt werden.

Der kostenfrei erhältliche PDF Accessibility Checker (PAC 2) von der schweizerischen Stiftung “Zugang für alle” ist das erste Tool, das auf dem Matterhorn-Protokoll basiert. Es ermöglicht Anwendern die Prüfung von PDF-Dateien auf PDF/UA-Konformität. Implementiert wurde es von der xyMedia GmbH, die Mitglied im PDF/UA Competence Center ist und bei der Erarbeitung des Matterhorn-Protokolls aktiv mitgewirkt hat. Während der Technical Conference North America 2013 – von der PDF Association am 14. und 15. August 2013 in Seattle, USA, veranstaltet – wird das Matterhorn-Protokoll erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt.