Belkin-Sensor analysiert Stromverbrauch von Elektrogeräten

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Belkin Echo

Elektromagnetische Interferenzen im Stromnetz zeigen, wieviel Energie einzelne Geräte wirklich brauchen. Diese “Signatur” der Systeme verrät viel mehr, als die Hersteller häufig offiziell aussagen wollen. 2014 soll der Testbetrieb in den USA starten.

Belkin will kommendes Jahr rund 10.000 Testgeräte seiner Stromzähler im Rahmen des Projektes “Echo Electricity” installieren. Die Sensoren erkennen die Volt/Ampere-Leistung an elektrischen Leitungen in Gebäuden – entweder an den Steckdosen oder im Hausverteiler.

Sidhant Gupta
Sidhant Gupta hat die elektromagnetischen Signaturen des Stromverbrauchs von Geräten erforscht. Die Technik seines Start-Ups Zensi wurde von Belkin übernommen und geht bald in eine Testphase. (Bild: Sidhant Gupta)

In die Sensoren integriert ist eine drahtlose Übertragung an externe Server oder Mobilapplikationen Auf diesen läuft Software, deren Algorithmen die elektromagnetischen Emmissionen analysieren und selbstlernend erkennen, welche Hardware dahintersteckt (dazu zählen auch Fernseher oder Waschmaschinen). Sie können sagen, wieviel Strom ein Gerät wirklich verbraucht und ob irgendwo eines kaputt oder uneffektiv ist. Allerdings lässt sich aus diesen Mustern auch das Verhalten des Nutzers auslesen: Ob Hans Müller unrasiert aus dem Haus geht, lässt sich bei guter Analyse der Stromdaten schon im Voraus prophezeien.

Armee, Hotels und Wohnungsbesitzer prüfen die Lösung. Angedacht für die Zukunft ist, dass Elekrizitätswerke die Späh-Hardware in ihre Stromzähler einbauen. Und wahrscheinlich ist, dass sich auch FBI und NSA dafür interessieren.

Das Belkin-Projekt ist hervorgegangen aus einer Doktorarbeit an der University of Washington. Deren Autor Sidhant Gupta ist mittlerweile in beratender Stelle für Belkin tätig. Er  arbeitete zuvor unter anderem in den Forschungsloabors von Microsoft und Intel. Belkin hat mit Guptas Start-Up Zensi die Stromzähltechnik erworben, doch Gupta selbst ist schon weiter: Er forscht zu den Themen Gas, Wasser und Hitze. Seit Juli nimmt er sich eine Auszeit – vielleicht kommen ihm zu seinem “Sabattical” Ideen, wie er seine Forschungsergebnisse in neue IT-Produkte umsetzen kann.

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