IEEE ratifiziert Standardentwicklung für Datenübertragung in schwachen Stromnetzen

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IEEEE Powerline

Datenaustausch über Hochspannungsnetze ist unter dem Namen “Powerline” bereits standardisiert. Mit IEEE P1901.2T-2013 kann nun auch in Niedrigfrequenz-Netzen mit wenig Spannung kommuniziert werden. Die Technik soll vor allem in Smart-Grid-Anwendungen zum Zug kommen.

Unter dem Arbeitstitel “Standard for Low-Frequency (< 500 kHz) Narrowband Powerline Communications (PLC) for Smart Grid Applications” entsteht die Ausweitung der Powerline-Kommunikation auf schwächere Stromnetze wie sie etwa bei Stromzählern, Bahngleis-Schaltanlagen, Innenstadtbeleuchtungen oder Solarmodulen und allerlei anderen Einsatzgebieten genutzt werden. Das neue “Mini-Powerline” ist erwartungsgemäß nicht ganz so schnell: Übertragungsraten von bis zu 500 kbps sollen in Netzen mit unter 500 kHz Frequenz möglich sein.

Oleg Logvino IEEE
Oleg Logvino von STMicro vertritt beim Standardgremium IEEE die Interessen der Hersteller für das neue Schmalband- und Niederfrequenz-Powerline. (Bild: IEEE)

Ein “Draft-Standard” wurde nun mit 96 Prozent Mehrheit verabschiedet. Das Gremium sieht  ausdrücklich den Austausch mit bisherigen Powerline-Techniken vor, um den Informationsfluss auch über gängige Stromnetze innerstädtisch wie auf ländlichen Langstrecken zu gewährleisten. Der Standard soll bestehende und aktuelle Techniken in einem Großen Ganzen integrieren. Langfristig ist so zu erwarten, dass fast alles, das sich irgendwie elektronisch erreichen lässt, vom PC aus angesteuert oder abgefragt werden kann.

“IEEE P1901.2 wurde auf einer soliden Basis von Anforderungen von einem interdisziplinären Expertenteam entwickelt, das alle Parteien entlang der Wertschöpfungskette repräsentiert, die Lösungen für die Smart Grid-Branche liefern”, erläutert Oleg Logvinov, stellvertretender Vorsitzender der “IEEE Low-Frequency Narrowband Powerline Communications Working Group” und Direktor für Spezialaufträge bei der Industrial and Power Conversion Division von STMicroelectronics.

Im neuen Standard sollen natürlich künftig noch Sicherheitstechniken integriert werden – schließlich will niemand, dass auch Stromnetze, Innenstadtbeleuchtung und andere kritische Lebensbestandteile von Cyberkriminellen gehackt werden.

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