Polizei Göttingen macht 35 betrügerische Online-Shops dicht

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In erster Linie waren darüber Kaffeevollautomaten und Elektronikartikel zu ausgesprochen günstigen Preisen angeboten worden. Seit Mitte 2011 hatte die Bande mindestens 35 Websites eingerichtet. Bisher sind der Polizei rund 1200 Geschädigte bekannt, den Gesamtschaden schätzt sie auf 300.000 Euro

Die in Göttingen eingerichtete Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Internetkriminalität ermittelt in Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Göttingen gegen eine Gruppe von Betrügern. Die hatten den Behörden zufolge Nutzer von Online-Shops “um zum Teil sehr hohe Vorkassezahlungen für ihre Bestellungen gebracht”. Drei der Täter befinden sich bereits in Untersuchungshaft.
Seit Mitte 2011 hätten die Beschuldigten mindestens 35 Shops eingerichtet, über die sie Kaffeevollautomaten und Elektronikartikel anboten. Nutzer erfuhren erst nach Aufgabe einer Bestellung, dass bei Neukunden nur die Lieferung gegen Vorkasse möglich sei.

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Einer der betrügerischen Online-Shops (Screenshot: Polizei Göttingen).

Der Polizei sind rund 1200 Überweisungen von Geschädigten bekannt geworden. Die Ware wurde in keinem einzigen Fall geliefert. Den Gesamtschaden beziffert sie mit rund 300.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hatte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem Opfer Anzeige gegen einen Unternehmer aus Northeim erstattet hatten. Die Ermittlungen ergaben allerdings, dass die dessen Daten Täter missbraucht hatten. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich eine ganze Serie solcher Shops handelte.

Einer der Haupttäter konnte schließlich von der Polizei in Spanien ausfindig gemacht und verhaftet werden. Die beiden in Deutschland ansässigen Mittäter wurden zeitgleich festgenommen. Derzeit wertet die Polizei die beschlagnahmten Beweismittel aus.

Die Betrüger agierten mit ihren Shops laut der Polizei unter anderem unter den Namen Mazur-Handel.com. Santos.Shop.com, Comercial-Europe.com, Shoppingstreet2012.com, Dabro-Restposten.com, Levenz.com, Elektrodicount200.com und Dabro-Art.com. Die von der Polizei präsentierten Screenshots lassen die Shops als wenig vertrauenswürdig erscheinen. Ein komplette Liste aller für die Betrugsmasche genutzten URLS hat die Fachhandelspublikation Channelpartner.de zusammengestellt.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bereits anlässlich früherer, ähnlich gelagerter Fälle darauf hingewiesen, dass sich Online-Kunden, die sich auf ihnen unbekannte Shops einlassen wollen, auf eine sichere Zahlungsvariante achten sollten. Dazu gehöre etwa der Kauf auf Rechnung, die Lastschrift oder auch PayPal. Bleibt die Lieferung aus, kann so zumindest der Kaufpreis gesichert werden.

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