Tortilla macht TOR-Nutzung für Windows-Anwender einfacher

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Jason Geffner hat die Software auf der Black-Hat-Konferenz vorgestellt. Das Open-Source-Tool steht zum kostenlosen Download bereit. Es löst mehrere im Alltag mit TOR auftretende Probleme und erlaubt dessen Einsatz in virtuellen Maschinen.

Der Sicherheitsforscher Jason Geffner hat auf der Konferenz Black Hat USA 2013 das Windows-Tool Tortilla vorgestellt. Mit ihm soll die Nutzung des Anonymisierungsnetzwerks TOR (The Onion Router) deutlich einfacher sein. “Die Menschen konnten ihren Internetverkehr nicht so leicht anonymisieren”, sagte der Mitentwickler nach seiner Präsentation gegenüber News.com. “Jetzt eröffnen sich ihnen dafür vielfältige Möglichkeiten.”

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Tortilla ist kostenlos, quelloffen und für Windows verfügbar. Geffner ist als Sicherheitsforscher bei Crowdstrike beschäftigt und hat die Software gemeinsam mit Kollegen entwickelt. Sie soll mehrere große Probleme von TOR lösen und es darüber hianus vom Browser Firefox unabhängig machen.

Mit Tortilla werde es außerdem möglich, TOR innerhalb von virtuellen Maschinen zu nutzen. Dadaurch sei es ein ausgezeichnetes Werkzeug für Sicherheitsexperten, die für Angriffe präparierte Websites besuchen oder testen wollen, ohne Spuren zu hinterlassen. Es sei zudem ausfallsicher, könne daher vor oder nach dem Start einer virtuellen Maschine oder von TOR selbst laufen.

TOR funktioniert dezentral und wird von Freiwilligen betrieben, die dafür weltweit Storage und Bandbreite zur Verfügung stellen. Der Traffic wird nach dem Prinzip des Onion-Routing so über wechselnde Routen geleitet, dass die Teilnehmer anonym bleiben. Wie Zwiebelhäute sollen zwischenliegende Schichten den Nutzer schützen. Das Verschlüsselungsschema sorgt dafür, dass auch die Knotenbetreiber nicht zuordnen können, wer welche Webinhalte angefordert hat. Die Anonymisierung kann außerdem die Profilbildung durch Suchmaschinen und Social Networks verhindern. Ein Nachteil ist die oft stark reduzierte Surfgeschwindigkeit.

TOR ist zwar inn erster Linie dafür gedacht, dass Personen, die sonst etwa durch ihre Regierung Repressionen zu befürchten haben, sich ungehindert im Web bewegen können. Die Nutzung durch andere Personengruppen ist aber ausdrücklich erwünscht. Schließlich ist es nur so möglich, dass die eigentliche Zielgruppe im Traffic der anderen “untertaucht”.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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