Finnisches Start-up macht Bezahlen per Kopfnicken möglich

Elektronisches BezahlenForschungInnovationMarketingStart-UpUnternehmen
uniqul

Alle großen IT-Konzerne arbeiten derzeit an IT-gestützten Bezahlsystemen. In absehbarer Zeit hoffen sie, damit die Brieftasche zu ersetzen – und sich die eigene gut zu füllen. Auch zahlreiche Start-ups wollen in dem vielversprechenden Markt mitmischen. Eines der innovativeren ist Uniqul aus Finnland.

Das finnische Start-up Uniqul hat eine ungewöhnliche Bezahlplattform vorgestellt: Während andere hoffen, die Brieftasche mit dem Smartphone ablösen zu können setzen die mobiltelefonverliebten Finnen auf Gesichtserkennung. Ihr System kommt ganz ohne Kamera oder Mobiltelefon aus. Es reicht, der Kamera im Laden freundlich zuzunicken und einen Bestätigungsknopf zu drücken.

uniqul
Zum Beispiel an Tankstellen könnte das Bezahlen per Gesichtserkennung den Vorgang deutlich verkürzen (Screenshot: ITespresso bei YouTube).

Für die Technologie hat Uniqul ein Patent beantragt. Als Nutzen für den Geschäftsinhaber führt man die erhebliche Beschleunigung des Bezahlvorgang ins Feld, potenzielle Nutzer will man mit hochsicheren Algorithmen die Angst vor Fehlfunktionen nehmen. Interessenten können sich bereits für das System registrieren – einkaufen gehen können sie dann aber zunächst nur in Helsinki, denn die ersten Terminals sollen in der finnischen Hauptstadt aufgestellt werden.

“Im Hintergrund bearbeiten unsere Algorithmen die Biometriedaten, um den Kunden in unserer Datenbank zu finden, bereits während er sich dem Schalter nähert. Die gesamte Transaktion wird in weniger als fünf Sekunden abgewickelt sein – so lange benötigt man normalerweise schon, um seine Brieftasche zu zücken”, wirbt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Zur Verrechnung greift Uniqul auf die gängigen Kreditkarten, PayPal und andere Bezahldienste zurück, bei denen Nutzer ohnehin schon angemeldet sind. Nutzern wird die Dienstleistung im Rahmen eines ungewöhnlichen Preismodells zur Verfügung gestellt: Die Monatsgebühr richtet sich danach, in welcher Region der Service genutzt werden soll. Für 99 Cent bekommt man etwa einen Radius von zwei Kilometern um einen gewählten Ort, 1,99 Euro decken eine bestimmte Stadt komplett ab. Im Vergleich ist die weltweite Abdeckung mit 6,99 Euro recht günstig – wenn denn dann auch weltweit Terminals zur Verfügung stehen.

Für Händler ist der Dienst wahrscheinlich kostenfrei. Ein speziell an sie gerichtete Plattform, über die dann auch die Bewerbung der Bezahlmöglichkeit und bestimmte Sonderaktionen möglich sind, soll im Herbst starten. Um die Fantasie der Verkaufsstellenbetreiber anzukurbeln, führt das Unternehmen zum Beispiel die Möglichkeit ein, mit seinem System einen Schnellschalter an Flughäfen oder Tankstellen einzuführen.


In einem Video bei YouTube erklärt das finnische Start-up Uniqul die Funktionsweise seiner Lösung zum Bezahlen per Gesichtserkennung.

[mit Material von Max Smolaks, TechWeekEurope.de]

Bildergalerie: Interessante Start-ups aus Nordeuropa

Die besten Start-ups aus Skandinavien

Bild 12 von 16

Die besten Start-ups aus Skandinavien
Ovelin (Finnland): Ovelin macht mit Apps von sich reden, mit denen sich Gitarre spielen lernen lässt. Es hat schon diverse Preise eingeheimst; vergangenes Jahr gewann es etwa den Preis SXSW Music Accelerator auf dem Tech-Kongress SXSW. Von GuitarHero inspiriert, funktionieren die Spiele mit richtigen Griffbrettern, um Nutzern beizubringen, wie man spielt.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen