IBM stellt ungenutzte Rechen-Power von Android-Geräten in den Dienst der Forschung

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Das IBM World Community Grid ermöglicht Besitzern von Android-Geräten zur Spitzenforschung beizutragen. Sie müssen dazu die App BOINC herunterladen. Die rechnet dann ab Werk nur, wenn die Lebensdauer der Batterie über 90 Prozent liegt oder sie gerade aufgeladen wird und Verbindung mit einem WLAN besteht.

Besitzer von Android-Smartphones und -Tablets können jetzt überschüssige Rechenleistung für die Wissenschaft spenden. Mit dem IBM World Community Grid fasst der Konzern ungenutzte Rechenleistung von Smartphones zu einem weltweit verteilten Supercomputer zusammen.

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Damit Nutzer ihre Geräte in das Grid einbringen können, wurde von der University of California in Berkeley eine Volunteer-Computing-Software, die Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC), entwickelt. Sie steht neben zahlreichen anderen Plattformen nun auch für Android zur Verfügung. Besitzer von Geräten mit Android 2.3.3 oder neuer können sie bei Google Play herunterladen und dann die Projekte auswählen, zu denen sie beitragen wollen.

Um die Batterie zu schonen, die Ladezeit zu minimieren und die Datantarife der Nutzer nicht zu strapazieren, führt BOINC standardmäßig nur dann Berechnungen durch, wenn das Gerät gerade aufgeladen wird, die Lebensdauer der Batterie noch über 90 Prozent liegt und Verbindung zu einem WLAN besteht. Die Einstellungen können jedoch durch die Benutzer angepasst werden.

Eines der ersten Projekte, das für Android-basiertes Volunteer Computing aktiviert wurde, ist Einstein@Home. Dabei handelt es sich um die vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover geleitete Suche nach unbekannten Radiopulsaren. Android-Nutzer unterstützen dabei eine Anwendung, die Daten aus dem weltweit größten Radioteleskop , dem Arecibo Observatory in Puerto Rico, analysiert. Diese forscht nach Radiopulsaren, indem sie deren pulsierenden, elektromagnetischen Wellenausstoß nachweist.

Ein weiteres Projekt ist FightAIDS@Home, ein Projekt zur Suche nach einer wirksameren AIDS-Behandlung. Das Olson Laboratory am Scripps Research Institute in Kalifornien nutzt computergestützte Methoden, um Wirkstoffkandidaten zu identifizieren, die die richtige Form und chemischen Eigenschaften haben, um Enzyme zu blockieren, die das Aids-Virus braucht, um zu funktionieren und sich zu verbreiten.

Weitere Projekte sind bereits geplant. Dazu zählen laut IBM die Erforschung von alternativen Energien, sauberen Wasser und gesunder Lebensmittel, ebenso wie Forschung an Heilmethoden gegen Krebs, Malaria und anderen Krankheiten.

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