Myestro emöglicht Gestensteuerung per Bildsensoren

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Myestro Gestensteuerung

Mit seiner Technik “RubberStereo” erkennt das System der Myestro Interactive GmbH Änderungen und wandelt die Daten unterschiedlicher Sensoren in verwertbare Gesten um. Die stereoskopischen Informationen umfassen Ort und Bewegungsgeschwindindigkeit und müssen nicht auf einzelne Nutzer angepasst werden. Laut Hersteller funktioniert dies auch auf hohe Distanzen und in grellem Sonnenlicht.

Myestro hat eine Gestensteuerung vorgestellt, die im Gegensatz zu Microsofts Kinect oder anderen Sensorlösungen auf rein natürliche Sonnenlichtumgebungen setzt. Reflektiertes Infrarotlicht wird nicht benötigt, die Stereoskopiedaten erfassen Ort und Geschwindigkeit von Merkmalen gleichzeitig.

Myestro Gestensteuerungsgerät
Myestros Gestensteuerung wird einfach per USB oder Netzwerkkabel eingesteckt. Das System erfasst Bewegungen und deren Geschwindigkeit (Bild: Myestro).

Man nutze nur handelsübliche Bildsensoren, erklärt der Hersteller. Aus diesen dreidimensionalen Merkmalen würden “Schwärme” gebildet und dies wiederum statistisch ausgewertet und in Signale übertragen. Das passive System müsse nicht mehr an einzelne Benutzer angepasst werden und werde lediglich per USB-Verbindung oder Ethernet in den Rechner oder die Anlagensteuerung eingesteckt.

Myestro kann stereoskopische Bilder mit beliebig großer Baseline auswerten. Stolz erklären die Ulmer, man sei nur auf die bekannten Gesetze der Optik beschränkt. Inverse Kinematik oder Zugriff auf Informationsdatenbanken sei nicht nötig.

Die deutschen Forscher führen derzeit Verhandlungen mit potenziellen Entwicklungs- und Vertriebspartnern, um ihr System in verschiedenen Anwendungsgebieten wie Schaufensterwerbung, TV, Computer und Haushaltstechnik bis hin zu assistiertem Leben im Alter nutzbar zu machen.

Als lukratives Einsatzgebiet sehen die Macher auch Bewegungsanalysen von Kunden in Kaufhäusern – sie bestehen aber darauf, dass dabei die Privatsphäre nicht beeinträchtigt wird – schließlich sind alle anfallenden Daten rein statistisch und ohne Personenerkennung.

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