Freelancer.de verstärkt Bemühungen in Deutschland

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Das internationale Netz “Freelancer.com”, das Aufträge an kleine Unternehmen vergibt, hat seine Webpräsenz Freelancer.de besser auf den deutschen Markt ausgerichtet. Sprachangepasste Oberflächen und Suchfunktionen sollen helfen, den Markt zu erobern. Die verbesserte Datenbanksuche erkennt nun automatisch, wenn nach einer speziell deutschen Bezeichnung gesucht wird.

Das Vermittlungsportal Freelancer.de hat seine Website für den deutschen Markt überarbeitet. Zuvor Teil eines internationalen Netzwerks, soll die “eingedeutschte” Variante insbesondere kleine Firmen dabei unterstützen, schneller und effizienter mit den passenden deutschsprachigen Freiberuflern in Kontakt zu treten. Umgekehrt ermögliche das Portal Freelancern, ein eigenes Geschäft für weniger als 300 Euro aufzubauen. Für die Germanisierung wurde vor allem die Datenbanksuche verbessert: sie erkennt nun automatisch, wenn nach einer speziell deutschen Bezeichnung gesucht wird.

Matt Barrie Freelancer.com
Matt Barrie, Gründer von Freelancer.com und Freelancer.de: “Wir sind eine Art Ebay für Jobs” (Bild: Henryk Lobaczewski, Wikimedia Commons).

Während in Deutschland großteils die Portale Gulp und, etwas kleiner, Twago, die Aufträge von Dienstleistern an Kleinunternehmer vermitteln, hat weltweit der Service “Freelancer.com” die Nase vorn. Der australische Anbieter hat sich nicht nur die passenden Internet-Domains für verschiedene Länder gesichert, sondern auch eine Programmierer-Community um sich geschart, die das Freiberufler-Portal schon aus eigenem Interesse weiterentwickelt. In Deutschland ist er seit rund zwölf Monaten aktiv.

Gulp ist vor allem auf Bezahlung pro Stunde ausgerichtet, Freelancer.de dagegen will auch Fixpreisprojekte vermitteln. Vom Themenspektrum konkurriert Freelancer.de bisher allerdings eher mit Clickworker.de als mit Gulp: Es stehen eher “Aufgaben” wie SEO-Tätigkeiten, Verfassen von Artikeln oder Programmierung von Apps als “Projekte” wie SAP oder Datenbankmigrationen auf der Liste.

Während Freelancer.com in den USA, Australien und Großbritannien zum Marktführer aufstieg und auch internationale Kleinaufträge in großer Menge vermitteln konnte, hatten  lokale Anbieter insofern einen Vorteil, als die Australier vor allem auf die internationale “Lingua franca”, englisch, eingeschränkt waren. Mit Freelancer.de startet nun ein Dienst, dessen grafische und sprachliche Oberfläche (fast) komplett deutsch ist, Suchfunktionen nach deutschen Stellenbeschreibungen und Tätigkeitsfeldern abdeckt. Zudem bietet man nun auch deutschsprachigen Support – ein Punkt, der bisher arg vernachlässigt wurde.

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Besser, aber noch nicht perfekt: Die Homepage von Feelancer.de zeigt standarmäßig zum Beispiel Preise noch in Dollar an und weist immer noch englischsprachige Passagen auf (Screenshot: ITespresso).

Schon vor der Einführung der erweiterten Sprachfunktionen erreichte Freelancer.de ein Wachstum von 138 Prozent in nur einem Jahr, freut sich Europa-Manager Bill Little. Gründer Matt Barrie meint, im Gegensatz zu manchen anderen Vermittlungsbörsen habe man Offerten, die man andernorts nicht findet – in Australien etwa Dienstleistungen rund um Astrophysik. Und weil man sich auf kleine Onlineprojekte spezialisiere, könne man bald viele Nischenmärkte bedienen, zu denen man anderswo sehr schwer Anbieter finde. “Wir sind eine Art Ebay für Jobs”, erklärt Barrie.

Der Service des Australiers begann 2009 mit dem Kauf des schwedischen Anbieters getafreelancer.se, später hat man freelancerbookingcenter.de dazugekauft und schließlich die Funktionen aus beiden in ein größeres Konzept implementiert. “Das funktioniert deshalb so gut, weil Barrie selbst Programmierer ist”, weiß Bill Little.

Als Europa-Manager des Services ist Little besonders begeistert von der aktiven Start-up-Szene in Berlin – und sieht hier ein hohes Potenzial. Mit Freelancer.de und den neuen Sprachfunktionen auch in anderen Sprachen werde man dies nutzen, um die  Anzahl der weltweit vermittelten Projekte zu verzehnfachen, ist sich Barrie sicher. Derzeit seien etwa 50.000 bis 60.000 internationale Aufträge offen, Tendenz steigend.

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