Windows 8.1 zeigt mit den Ergebnissen der Desktop-Suche auch Werbung an

MarketingWerbung
windows-8-1-preview

Die Smart Search genannte Desktop-Suche von Windows 8.1 durchsucht neben dem eigenen Computer auch das SkyDrive-Konto und das Internet. In den Suchergebnissen werden die Anzeigen als Vorschaubilder von Websites eingeblendet. Microsoft-Manager David Pann verkauft das als Vorteil für die Anwender.

David Pann, General Manager von Microsofts Advertising Search Group, hat angekündigt, dass Nutzer von Windows 8.1 in den Ergebnissen der Desktop-Suche auch Werbung sehen werden. Diese wird in Form von Miniaturbildern der Websites von Bing-Werbekunden eingeblendet.

smart-search-anzeigen
Kein schöner Anblick: Anzeigen in den Suchergebnissen von Windows 8.1 (Screenshot: Microsoft).

Die neue Suchfunktion von Windows 8, Windows 8.1 Smart Search, liefert laut Microsoft Ergebnisse aus einer Vielzahl von Quellen. Neben dem lokalen Rechner, PC oder Tablet, werden auch alle installierten Apps, auf SkyDrive abgelegte Inhalte und das Internet durchsucht. Die Resultate werden gruppiert, damit Nutzer sie sich besser als unter Windows 8 erschließen können.

“Werbetreibende können jetzt mit einer einzigen Kampagne Verbraucher über Bing, Yahoo und die neue Windows-Suche mit relevanten Anzeigen für ihre Suchergebnisse versorgen”, erklärt Pann. Neben einer Vorschau der beworbenen Website enthalten dem Microsoft-Manager zufolge die Anzeigen auch Links und Standortdaten. Damit werde Verbrauchern der Zugriff auf die Angebote erleichtert.

“Wie wir schon früher gesagt haben, ist es unser Ziel, die Suchwerbung für unsere Kunden zu vereinfachen”, ergänzt Pann. “Dabei liefern wir das bestmögliche Erlebnis mit den relevantesten Ergebnissen für die Aufgaben, die Nutzer erledigen wollen.” Ob es für Nutzer Möglichkeiten geben wird, die Werbeeinblendungen in den Suchergebnissen auszublenden, hat Pann nicht mitgeteilt.

Aus Sicht von Microsoft ist die Änderung sicher ein logischer Schritt. Einerseits erreicht die in Bezug auf die Nutzerzahlen vor sich hin dümpelnde Suchmaschine Bing einfach zu wenig Nutzer, um für Werbekunden richtig interessant zu sein. Andererseits kann der Konzern mit Windows immer noch auf das weltweit verbreiteteste PC-Betriebssystem mit einer enormen Nutzerzahl verweisen. Ihm erscheint es daher wahrscheinlich nur folgerichtig, die installieret Basis mittelfristig dazu zu nutzen, die über Bing nicht auslieferbare Werbung an den Mann zu bringen.

Ein ähnlicher Versuch von Amazon im Herbst vergangenen Jahres verlief aber wenig erfolgreich: Der Konzern wollte sein Tablet Kindel Fire zunächst grundsätzlich mit Werbeeinblendungen ausliefern. Die Anzeigen sollten in zwei Formen erscheinen – erstens als “gesponserter Bildschirmschoner” immer dann, wenn das Tablet aus dem Ruhemodus erwacht, und zweitens in der unteren linken Ecke des Startbildschirms. Nutzer sollten keine Möglichkeit haben, die Werbung abzustellen.

Bei den Nutzern kam das nicht gut an. Amazon vollzog daher kurzfristig einen Sinneswandel und korrigierte sein Angebot: Für 15 Dollar wurde eine Opt-out-Möglichkeit für die Werbeeinblendungen eingeführt.

Ein Amazon-Sprecher erklärte aber “Wir wissen von unseren Kindle-E-Readern, dass Kunden unsere Anzeigen mögen und nur wenige Leute sich dagegen entscheiden.” Das dürfte jedoch Wunschdenken gewesen sein: Zumindest bei einer damals durchgeführten Umfrage von ITespresso sprach sich ein großer Teil der teilnehmenden Leser gegen Werbung auf einem gekauften Tablet aus.

amazon-werbefinanziertes-tablet

Ein dem Microsoft-Vorstoß ähnlicher Versuch von Amazon stieß im Herbst 2012 bei den Lesern von ITespresso größtenteils auf Ablehnung.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen