Microsoft lässt Pflanzen twittern

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Microsoft-Forscher haben eine Pflanze befähigt, bei Bedarf per Twitter um Wasser zu bitten. Sie ist Teil einer Ende Juli beginnenden Ausstellung des Museum of Modern Art in New York. Für technikaffine Hobbygärtner ist für rund 100 Dollar ein “Botanicalls” genannter Bausatz verfügbar.

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Microsoft hat sein Projekt “Botanicalls” vorgestellt. Damit sollen Pflanzen in die Lage versetzt werden, ihren Feuchtigkeitsstand beziehungsweise -bedarf via Twitter-Status oder Phone-Nachrichten zu kommunizieren. Das Projekt wird ab 24. Juli im Museum of Modern Art New York im Rahmen der Ausstellung Talk to me zu sehen sein.

“Botanicalls” ist Teil der Arbeit FUSE Labs, dem “Future Social Experiences” Lab von Microsoft Research in New York. Unter dem Namen ist eine Gruppe an Forschern zusammengefasst, die sich im Zeitalter von Social Media und dem Internet der Dinge mit neuen Kommunikationsformen und -plattformen beschäftigt.

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Der twitternde “Connected Tree” auf der CeBIT 2010 (Bild: Peter Marwan).

Teil von Botanicalls ist ein Do-it-yourself-Kit mit einem Sensor entstanden. Es ist für rund 100 Dollar zu kaufen. Fühlt sie sich zu trocken, setzt die Pflanze ein “Water me please” ab, wird der Aufforderung Folge geleistet, sendet sie entweder ein höfliches Danke oder antwortet mit “Nicht sicher, ob Sie es waren, aber jemand hat mir einen Drink gegeben und ich fühle mich nun großartig!”

Hinter dem Projekt steht Kati London. Sie ist das neueste Mitglied von FUSE Labs. London war zuvor Leiterin der Produktentwicklung für Zynga New York, Vizepräsidentin von Code Games und hat sich wegen ihrer MIT-Auszeichnung als Top-Innovatorin unter 35 einen Namen gemacht. London hat einen in Kunst und Industriedesign an der Rhode Island School of Design absolviert und als Gärtnerin gearbeitet, bevor sie sich auf Gaming, Hardware und interaktive Technologien konzentrierte.

Ob Sie im Jahr 2010 auf der CeBIT in Hannover war und dort den twitternden Zitronenbaum in der Broadband World gesehen hat, ist nicht überliefert. Der konnte zwar nicht nach Wasser verlangen, “reagierte” aber auf Berührung oder Annäherung von Menschen. Mit dem als Connected Tree bezeichneten Bäumchen versuchte damals der Aussteller Ericsson dem CeBIT-Motto “Connected World” einen Sinn abzugewinnen.

Das Bäumchen ist übrigens immer noch aktiv. Es steht inzwischen in Schweden und hat derzeit 1187 Follower. Wer sich der Gemeinde anschließen will, kann dies unter https://twitter.com/connectedtree tun.

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