Mittelstandsverband rät von US-Software ab

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Oliver Grün (Bild: BITMi)

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) kommentiert die Unsicherheit rund um das Abhörprogramm PRISM der US-Regierung mit dem Argument, man müsse die eigene digitale Wirtschaft nach vorne bringen. Deutschland lebe bei digitalen Technologien in einer bedenklichen Abhängigkeit von den USA, die ihre Internet-Überlegenheit möglicherweise auch zur Wirtschaftsspionage nutzten.

BITMi-Präsident Oliver Grün kritisiert in einer Stellungnahme die Abhängigkeit der Deutschen von US-Technologien: “Wir haben in Deutschland eigene innovative Lösungen”, betont er. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) engagiere sich seit Jahren für Software-Produkte “Made in Germany”.

Oliver Grün BITMi-Verband
Oliver Grün, Präsident des Mittelstands-IT-Verbandes BITMi: “Wir haben in Deutschland eigene innovative Lösungen” (Bild: BITMi).

Mit seiner Wortwahl drückt er zudem das gewachsene Misstrauen gegenüber US-Lösungen aus. Der Verband vertritt Interessen von über 800 mittelständischen IT-Unternehmen in Deutschland mit einem Umsatzvolumen von mehreren Milliarden Euro. Großunternehmen mit US-Wurzeln sind hier, anders als beim BITKOM, nicht verteten.

Die Internet-Überwachung sei keine Überraschung, das Bewusstsein für Datensicherheit in Deutschland aber noch “problematisch”. Grün drängt darauf, die eigene digitale Wirtschaft nach vorne zu bringen. Mehrere deutsche (und deutschsprachige) Anbieter sicherer Software- und Cloud-Lösungen nutzten den Skandal um den Datenschutzmissbrauch durch die US-Regierung bereits zu entsprechenden Presseaussendungen und Marketing-Aktionen, etwa die Firma Uniscon mit ihrer “Secure Sloud” und dem Outlook-Add-on IDGuard sowie die von dem Suttgarter Frank Karlitschek gestartete Open-Source-Lösung “ownCloud“.

Eine Liste, welche US-Services welche Daten von deutschen Nutzern abgreifen können, hat das Wiesbadener Unternehmen “Insidersknowledge” in einem kostenlosen PDF-Leitfaden zum Umgang mit der Schnüffelei zusammengestellt.

Das umstrittene PRISM-Programm, das vor allem US-Websites erfasste, denen der Image-Schaden dadurch gar nicht passt, könnte durchaus auch internetverbundene Softwarepakete erfasst haben. Eine Liste von Programmen und möglicherweise betroffenen Datenarten gibt es noch nicht.

Die Frage sei nun, in welche Richtung sich die digitale Wirtschaft entwickeln müsse: “Die Kombination aus Nicht-Wissen und Fehlentscheidungen können wir uns als Hightech-Standort nicht leisten”, mahnt der BITMi-Präsident. “Nur mit den richtigen Rahmenbedingungen können auch wir eine Landschaft entwickeln, die mit dem Silicon Valley vergleichbar ist.”

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