2013 kommen viele neue ARM-64-Bit-Server

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ARM-CPU jetzt auch in Servern

Nachdem Intel und ARM auf der Computex offen um den Server-CPU-Markt gestritten haben, gehen die Hersteller nun von verschärfter Konkurrenz der beiden Prozessorgiganten aus. Für Ende 2013 werden zahlreiche Server mit Prozessoren auf ARM-Basis erwartet. Die sollen auch aus Korea und China kommen.

Auf der Computex in Taipeh erklärte ARM, in Kürze würden noch einige Servermodelle auf Basis seiner Prozessorschaltungen vorgestellt werden. Die Serverhersteller planten zusätzliche 64-Bit-ARM-Server zwischen Ende 2013 und dem ersten Quartal 2014. Neben Calxeda und Applied Micro, die ihre Server schon zur Computex gezeigt haben, seien auch bei einigen chinesischen und koreanischen Konzernen Systeme geplant.

Ian Drew von ARM: "Als wir mit Server-CPUs anfingen, hat uns jeder für verrückt gehalten." (Bild: CNET)
Ian Drew von ARM: “Als wir mit Server-CPUs anfingen, hat uns jeder für verrückt gehalten.” (Bild: CNET)

Nachdem das britische CPU-Designhaus ARM Intel bereits bei Smartphones und Tablets mit geringerem Stromverbrauch deklassierte, setzte der Branchenprimus zunehmend mehr Mittel ein, um die Energieeffizienz seiner CPUs zu verbessern. Doch den Vorsprung, den Intel noch bei Serverarchitekturen hat, holen CPU-Entwickler rund um ARM nun auf, wie den Vorträgen auf der Computex in Taipeh zu entnehmen war.

In den USA produziert die HP-nahe Firma Calxeda bereits längere Zeit ARM-Systeme für Server – nach dem Beginn der Arbeiten an dem “Rechenzentrum in der Hosentasche” im Jahr 2011 folgten zahlreiche weitere Entwicklungen rund um den ARM-Einsatz in Datacentern und Servern. Im Oktober 2012 hatte “Advanced RISC Machines” sogar schon ganze Linux-Netze direkt im Prozessor-Design abbilden können. Im Dezember 2012 schlug Intel dann mit seinen stromsparenden Serverchips “Centerton” zurück, die Stromsparfunktionen der Atom-CPUs mit leistungsstärkeren 64-Bit-Architekturen verbanden.

Zur Computex 2013 zeigte ARM ganz offen, dass man die Führungsposition auch bei den Serverprozessoren holen will. Ninelu Tu vom taiwanischen Branchenbeobachter Digitimes interpretiert Aussagen des ARM-Marketingchefs Ian Drew so, dass die britische CPU-Schmiede in der Zwischenzeit ein ganzes Ökosystem um Serverprozessoren aufgebaut hat.

Drew erklärte auf der Computex, dass Server mit niedrigem Energieverbrauch und hoher Rechenleistung zum neuen Trend werden – und er glaubt, dass in der zweiten Hälfte 2013 viele solche Systeme auf den Markt kommen. Damit ist klar: ARM und seine Partner haben wohl schon entsprechende Verträge abgeschlossen.

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