Trojaner machen den Großteil der mobilen Bedrohungen in Deutschland aus

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Lookout

Der Sicherheitsanbieter Lookout hat die bisherigen Bedrohungsmeldungen analysiert und stellt fest: Auf Schadprogramme, hierzulande vor allem unentdeckte Trojaner, sind nur zwei Prozent der Mobil-Probleme zurückzuführen. Nummer eins der Gefahren ist der Diebstahl. Für die aktuelle Version seiner Software hat er das berücksichtigt.

Marc Rogers von Lookout
Marc Rogers von Lookout: “Die größte Bedrohung in Deutschland sind Trojaner” (Foto: Lookout).

Lookout hat die neue Version seiner Sicherheitsoftware fertiggestellt. In Zusammenarbeit mit vielen Telekommunikations-Anbietern wird sie auf den Geräten vorinstalliert. In Deutschland wurde ein entsprechendes Abkommen mit der Deutschen Telekom abgeschlossen. Sie installiert die “Lookout Mobile Security App” auf dem Samsung Galaxy S3 Mini, dem HTC K2 LTE – und noch in diesem Quartal auf fünf weiteren Geräten vor. Nutzer anderer Smartphones und Telekommunikations-Unternehmen können das Programm mit seinen Basisfunktionen kostenlos herunterladen.

“Lookout ist anders als andere Sicherheitsprodukte”, erklärt Security-Forscher Marc Rogers den Ansatz seines Unternehmens. Man arbeite eher wie die Hacker, sehe also immer, was sich verändert und was man dann tun kann. An Applikationen und dem von ihnen verursachten Daten-Traffic erkennt das Tool Abweichungen vom “normalen” Verhalten und prüft erst bei Verdacht in Abstimmung mit dem Lookout-Server, ob es sich um eine Bedrohung handelt.

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Mit Lookout lassen sich verlorengegangene Smartphones wiederfinden (Bild: Lookout).

Weil viele Schadsysteme wie Spyware, Adware, Trojaner und andere digitale Bösewichter auf ähnlichen Software-Mechanismen beruhen, genügen meist wenige Vergleichsdaten, um herauszufinden, ob es sich um “gute” oder “böse” Software handelt.

Rogers, der auch die Security-Konferenz Defcon mitorgansiert, sieht anhand der Meldungen der Software, was wen per Smartphone plagt. Weltweit ist dies vor allem Diebstahl oder Verlust des Mobilsystems – entsprechende Funktionen zur Vermeidung bringt Lookout mit.

So lässt sich die letzte Position des Mobilsystems orten. Auch urz bevor die Batterie ausgeht, sendet Lookout vorsichtshalber noch einmal die Positionsdaten an den Server der Sicherheitsfirma. Eine Wipe-Funktion kann ferngesteuert wichtige Daten löschen, die Kamera kann aktiviert werden, um ein Foto des möglichen Diebes zu schießen und eine remote ausgelöste Sirenenfunktion soll Missbrauch verhindern. Für Fundbüros und Polizeiinspektionen ist die Möglichkeit praktisch, bei Diebstahl Kontaktdaten wie die Mail-Adresse auf den Startbildschirm zu setzen. Darüber hinaus bietet die Software Backup-Funktionen und Online-Speicher.

Nur zwei Prozent der User sind mit Malware konfrontiert – und die greift in verschiedenen Ländern unterschiedlich an. Während in Osteuropa eher SMS-Schädlinge verbreitet sind, sind es in Deutschland in erster Linie die Trojaner, die sich ruhig verhalten und im Hintergrund Daten sammeln.

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In Deutschland sind weitaus mehr Trojaner als in anderen Ländern auf Smartphones aktiv (Grafik: Lookout).

In den USA und weltweit ist eher Adware, also Software, die mittels einer Werbeanzeige oder einer Werbeplattform sensible Daten über eine Person oder ein Gerät sammelt, die Nummer 1 der Mobilbedrohungen: Auf Platz 2 weltweit und 1 in Großbritannien ist es die “Chargeware”, die heimlich Gebühren berechnet.

Danach folgt Spyware, die nur Informationen sammelt und weitergibt. An vierter Stelle kommt die “Surveillance”-Software und erst dann folgen die Trojaner, die unentdeckt alles Mögliche tun können – vom Spionieren bis zum Datenlöschen.

Die kostenpflichtige Premium-Variante von Lookout bietet zusätzlich zu den Funktionen des Gratis-Angebotes einen Filter zur Vermeidung von Phishing-Seiten und einen “App-Berater” zur Überprüfung der Anwendungssicherheit, Support, Fernsperrung, Datenübertragung auf ein neues Telefon sowie Blockierung von Malware.

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