Servermarkt: Außer Dell und Cisco verlieren alle

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Im ersten Quartal 2013 gibt es vor allem im asiatisch-pazifischen Raum und den USA Wachstum zu vermelden. In allen anderen Regionen sind die ausgelieferten Stückzahlen und Umsätze rückläufig. Besonders starke Einbrüche müssen RISC/Itanium-Unix-Systeme hinnehmen.

Die Zahl der im ersten Quartal 2013 weltweit verkauften Server ging laut Gartner gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent zurück. Die weltweiten Umsätze mit Servern fielen im Jahresvergleich sogar um fünf Prozent.

“Als einzige Regionen konnten der asiatisch-pazifische Raum und die USA Zunahmen verzeichnen”, erklärte Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner. Dabei könne Asien mit um 7 Prozent gesteigerten Verkäufen und um 1,7 Prozent höheren Umsätzen das stärkste Wachstum vorweisen.

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Dell konnte im ersten Quartal 2013 als einziger der Top-Fünf-Anbieter beim Umsatz zulegen (Bild: Dell).

In der Region EMEA wurden im ersten Quartal 2013 über 580.000 Server verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 6,8 Prozent. Die Umsätze gingen im selben Zeitraum um 9,6 Prozent zurück. “Nach den Herausforderungen des Jahres 2012 begann 2013 ganz ähnlich”, sagte Adrian O’Connell, Research Director bei Gartner. “Die Budgets sind eingeschränkt, und Ausgaben für die Server-Infrastruktur haben für viele Organisationen eindeutig nicht die höchste Priorität.”

Die Anzahl der verkauften x86-Server blieb annähernd gleich, allerdings konnten damit 1,8 Prozent mehr Einnahmen erzielt werden. Schwer getroffen hat es RISC/Itanium-Unix-Systeme: Sie büßten 38,8 Prozent bei Stückzahlen und 35,8 Prozent bei Umsätzen ein. Die Kategorie ‘Sonstige’, in der Gartner vor allem Mainframes führt, verzeichnet weltweit ein Umsatzwachstum von 3,6 Prozent.

Bei den Serverumsätzen konnte IBM mit Einnahmen in Höhe von etwas über 3 Milliarden Dollar die Spitzenposition verteidigen. Es kommt auf einen Marktanteil von 25,5 Prozent, 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei der Wertung nach Stückzahlen bleibt HP trotz eines Rückgangs um 15,2 Prozent an der Spitze.

Dell und Cisco gewinnen in schwierigem Umfeld

Von den fünf umsatzstärksten Anbietern verzeichneten bis auf Dell, das um 14,4 Prozent zulegte, alle Umsatzrückgänge. Besonders stark betroffen war Oracle: Dessen Umsatz ging um 27,2 Prozent zurück, der Anbieter verlor dadurch 1,3 Prozent Marktanteil und ist hinter Fujitsu zurückgefallen. Das konnte sich durch den im Vergleich zum Mitbewerb moderaten Umsatzverlust von 6,9 Prozent auf Rang vier vorschieben.

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Bei der Anzahl der verkauften Serversystem konnte Cisco seinen Anteil im ersten Quartal 2013 um beeindruckende 33 Prozent ausbauen (Bild: Cisco).

Auf Rang drei behauptet sich am Umsatz gemessen Dell. Es legte als einziger der fünf umsatzstärksten Anbieter noch einmal zu – und zwar gleich um 14,4 Prozent. Sein Marktanteil klettere dadurch von 14,9 auf 18 Prozent.

Das Umsatzwachstum bei Dell ist auch aber nicht nur auf gestiegene Verkaufszahlen zurückzuführen. Gemessen an den Stückzahlen legten die Texaner um 2,6 Prozent zu. Sie verteidigten in dieser Rangliste mit 22,2 Prozent ihren zweiten Platz – hinter HP mit 24,9 Prozent und vor IBM mit 9,9 Prozent. Die Diskrepanz zwischen Umsatzwachstum und Zunahme der Stückzahlen deutet zudem darauf hin, dass es Dell gelungen ist, in erheblichen Umfang höherwertige Server zu verkaufen. Das legt nahe, dass die Strategie, sich vom Produkt- zum Lösungsanbieter und Rechenzentrumsausrüster zu entwickeln, die das Unternehmen seit einigen Jahren mit zahlreichen Zukäufen verfolgt, doch aufgeht.

Ebenfalls auf ein erfolgreiches Quartal kann Cisco zurückblicken. Zwar schafft es das Netzwerkunternehmen noch nicht, beim Umsatz unter die Top-Fünf zu kommen, baut seinen Marktanteil aber mit einem Zuwachs bei den ausgelieferten Stückzahlen um 33 Prozent von 1,7 auf 2,3 Prozent aus.

Da der Markt insgesamt rückläufig war, lässt sich auch hier feststellen, dass die Strategie von Cisco, etablierte Anbieter im Servermarkt zu verdrängen, allmählich aufgeht: Oracle findet sich aufgrund seiner Konzentration auf High-end-Systeme schon gar nicht mehr unter den fünf Anbietern, die die meisten Stückzahlen ausgeliefert haben. Fujitsu, IBM und Hewlett-Packard verloren alle ungefähr gleich viel (15, 13,9 und 15,2 Prozent). Die Verkäufe sicherten sich neben den von Gartner als “andere” geführten Anbietern (plus 14,6 Prozent) vor allem Cisco.

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