Microsoft will mit der Xbox One das Kommando im Wohnzimmer übernehmen

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Mit der Xbox One macht Microsoft den Schritt von der Spielekonsole zur Schaltzentrale im digitalen Wohnzimmer. Wichtige Verbesserungen gibt es bei der Bewegungssteuerung Kinect, wichtige Neuerungen bei Bedienoberfläche und Multitasking-Fähigkeit. Der Nachteil des großen Sprungs nach vorn: Die Rückwärtskompatibilität geht verloren.

Microsoft hat den Nachfolger der inzwischen sieben Jahre alten Xbox 360 vorgestellt. Der offizielle Name der neuen Spielkonsole ist “Xbox One”. Zum Preis und Terminen für den Verkaufsstart hat der Hersteller noch keine Angaben gemacht. Es wird jedoch erwartet wird jedoch, dass die Konsole pünktlich zum Weihnachtsgeschäft am 30. November auf den Markt kommt.

Versprochen hat Microsoft, dass sie noch in diesem Jahr erhältlich sein wird. Den konkreten Starttermin will der Softwarekonzern auf der Spielemesse E3 bekannt geben, die ab 10. Juni in Los Angeles stattfindet.

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Die Xbox One kommt voraussichtlich rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den Handel (Bild: CBS Interactive).

Die kommende Konsole sieht Microsoft nicht mehr nur als Spielgerät sieht, sondern als Entertainment-Zentrale im Wohnzimmer. Dort soll sie alle digitalen Unterhaltungsformen – also Spiele, Musik, Filme, Fernsehen, aber auch Videochats – vereinen.

Diese Ambitionen trägt auch da Äußere Rechnung: Klare Linien und ein schnörkelloses Design lösen den bisher dominierenden Spielzeug-Look ab. Das gilt auch für die zugehörige Kinect-Kamera und den Controller.

Im Innern des schwarz glänzenden, kantigen Gehäuses arbeitet ein Achtkern-Prozessor samt Grafikeinheit von AMD, dem 8 GByte RAM zur Seite stehen. Die Festplatte hat eine Kapazität von 500 GByte. Außerdem verbaut Microsoft ein Blu-ray-Laufwerk, USB 3.0, WLAN 802.11n samt WiFi-Direkt- und Dual-Band-WiFi-Unterstützung sowie einen Ultra-HD-fähigen HDMI-Port.

Das Betriebssystem der Xbox One besteht aus drei Bausteinen. Zum einen aus dem Xbox OS und einem Windows-Kernel. Beide Systeme laufen parallel in eigenen Partitionen und sind für die Ausführen der Spiele beziehungsweise der Apps zuständig. Ein drittes System regelt den Wechsel zwischen Anwendungen beider Systeme und übernimmt das Multitasking sowie die Bedienung. Die Optik der Xbox-Oberfläche lehnt sich an den Kachel-Look von Windows 8 oder Windows Phone 8 an.

Vorteile der neuen Systemarchitektur

Dank der neuen Systemarchitektur laufen auf der Xbox One auch der Internet Explorer oder Skype – auch nebeneinander in zwei Fenstern. Nutzer können also echtes Multitasking betreiben und nahtlos zwischen Spielen und Anwendungen wechseln. So lässt sich beispielsweise ein Film ansehen und nebenbei im Internet surfen oder mit Freunden via Skype chatten.

Die Anschlüsse auf der Rückseite der Xbox One. (Foto: CNET.com).
Die Anschlüsse auf der Rückseite der Xbox One (Foto: CNET.com).

Die ebenfalls überarbeitete Kinect-Kamera löst 1920 mal 1080 Pixel bei 60 Bildern pro Sekunde auf. Die höhere Auflösung sowie das um 60 Prozent vergrößerte Sichtfeld soll die Erkennungsrate von Bewegungen verbessern. Außerdem reduziert sich der bisher erforderliche Mindestabstand zum Gerät von mindestens 1,8 auf 1 Meter. Kinect können künftig bis zu sechs Spieler gleichzeitig nutzen, die aktuelle Version stößt bei mehr als zwei Spielern an ihre Grenzen.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Aufgrund der veränderten Prozessor-Architektur ist die Xbox One nicht abwärtskompatibel. Xbox-360-Spiele laufen also nicht auf der neuen Konsole. Alle Spiele werden darüber hinaus mit dem Microsoft-Acccount verknüpft, was einen Weiterverkauf oder die Nutzung gebraucht gekaufter Titel erschwert.

Letztere müssen erst gegen eine noch unbekannte Gebühr freigeschaltet werden. Außerdem wird ein Internetanschluss benötigt, um Spiele einmalig zu aktivieren und die tägliche Synchronisation mit Xbox Live zu ermöglichen. Den Dienst will Microsoft deutlich ausbauen. Den Zwang dauerhaften Online zu sein, um Spielen zu können, gibt es jedoch nicht.

[mit Material von Christian Schartel, CNET.de]

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