Computer-Historie wird zum Quartett-Kartenspiel

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Die Faszination an den ersten Computern und das Wissen zur Entwicklung dessen, was jetzt als ganz normal erscheint, brachte drei Tüftler dazu, den Weg zu jetzigen PCs und Smartphones in ein Spiel zu packen.

Die Gruppe “Nerd Dreams“, die durch ihren Nerd-Dreams-Kalender schon Medienaufmerksamkeit erhaschte, hat sich zum Ziel gesetzt, die frühe Faszination der Computerwelt als Kartenspiel auch den Jüngeren schmackhaft zu machen. Das geht am Besten mit einfachen Spielregeln: Als klassisches Quartett streiten hier nicht die Pferdestärken von Sportwagen oder die Geburtsdaten von Prominenten um das “schöner, weiter, höher”, sondern die Kilobytes, Prozessortaktungen und Geburtsdaten der ersten Rechner.

MacIIc_Retro Rechner Quartett von Nerd Dreams

Während man im Kalenderprojekt eher die Auto- und Motorrad-Tradition von Kalenderfotos mit Fahrzeugen und leichtbekleideten Mädchen auf die Computerwelt umsetzte, Motto “Flotte Biene vor dem Drucker”, ist man mit dem neuen Projekt etwas bodenständiger.

Mit dem Spielen des Quartetts lässt sich auch das Wissen über die Meilensteine der IT-Branche aufbessern. Wer weiß noch, dass eine 16-KByte-Speichererweiterung für den Wang 700 so groß war wie jetzt ein ganzer Tower-PC? Wer erinnert sich, wie einer der ersten PDAs, der Apple Newton, aussah?

Das Spiel geht “um nackte Plantinen, revolutionäre Ideen und tolles Design”, erklären die Macher, und so werden im Retro-Rechner-Quartett Computer aus der Frühzeit (Olivetti Programma, Wang 700, IBM 5120, HP 9830A), aus der zweiten Welle (Commodore PET 2001, TRS80 III, Apple II, Zenith), Heim-PCs (C64, Schneider CPC 464, Sinclair ZX81, Amiga 500) oder Portables (Osborne 1, Toshiba 3000, Mac Portable, Compaq Portable) vorkommen.

Auch Bastlersysteme wie der Rockwell AIM65, frühe Mobilrechner wie der Psion Organiser oder Apples Versuch der Mac-Nachfolge (Lisa) stellen sich gegeneinander auf. Werte wie Baujahr, Neupreis, Taktung und dergleichen treten zum Wettstreit an.

Die Idee ist noch nicht ganz umgesetzt, denn die in Deutschland verteilten Computerfreaks, die hinter dem Projekt stehen, benötigen noch ein wenig Kapital, um es fertigzustellen. Daher suchen sie derzeit über die Crowdfunding-Plattform Startnext noch Unterstützer, um Fotografie und Druck zu finanzieren.

Der Minibetrag von rund 500 Euro, der hier offiziell gesucht wird, ist wohl eher eine Marketing-Aktion, die auf der wiederaufkeimenden Computernostalgie wie beim Vintage Computerfestival oder dem Interesse an der Hobbyisten-Messe Make Munich aufbaut.

Doch selbst kleine Summen zu sammeln fällt bei der Vielzahl interessanter Projekte auf der Plattform nicht leicht. So konnte etwa Kabarett-Schwergewicht Dieter Hildebrandt über Startnext schon mehr als 150.000 Euro für sein Projekt “Störsender-TV” einsammeln – ein Computer-Projekt ist dagegen mit seinem kleinen Finanzbedarf recht hilflos. Und so begründet Nerd Dreams die Faszination hinter dem “coolen” Spiel auch mit Wissensvermittlung: “Viele denken heute, dass Computer einfach schon immer da waren. Stimmt aber ja gar nicht :)”.

Die ersten sechs von 32 Karten sind schon fertig. Wir zeigen sie in einer Bildergalerie:

Retro-Quartett

Bild 1 von 6

Retro-Quartett: Amiga 500
Der Amiga 500 von Commodore wurde 1987 vorgestellt. Sein Vorgänger, der Amiga 1000, war einer der ersten 16-Bit-Computer mit Grafiktechniken, wie sie zuvor nur teure Highend-Systeme hatten. Der „500er“ war der meistverkaufte Amiga.

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