Hightech-Jobs: So sieht die perfekte Bewerbung aus

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Wer sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, gibt die Bewerbungsmappe oft als PDF-Dokument ab oder füllt ein Online-Formular aus. Worauf muss man achten? Bernd Charpentier und Anja Kossmann vom IT-Dienstleister Computacenter erklären, wie man sich im Online-Zeitalter am besten bewirbt – und was Unternehmen tun sollten, um für Bewerber attraktiv zu bleiben.

Zur erfolgreichen Jobsuche gehören immer zwei: ein Unternehmen, das mit guten Arbeitsbedingungen lockt und ein Bewerber, der eine gute Bewerbungsmappe einreicht. Wie eine erfolgversprechende Bewerbung im Zeitalter von E-Mails, PDFs und Online-Bewerbungsformularen aussieht, scheinen aber viele junge Leute nicht zu wissen. Deshalb hat der IT-Dienstleister Computacenter an der Otto-Hahn-Schule in Frankfurt ein Bewerbungstraining für die Schüler gestartet.

Das Bewerbungs-Know-how, das dabei vermittelt wurde, ist aber nicht nur für Schüler interessant. Jeder, der sich für ein Praktikum oder einen Job bewirbt, sollte vermeiden, dass er schon mit der Bewerbungsmappe scheitert.

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Worauf man zu achten hat und welche Rolle die neuen Medien bei der Bewerbung spielen, erklären Bernd Charpentier, Vertriebsleiter Unit Banking und Standortverantwortlicher bei Computacenter Frankfurt, sowie Anja Kossmann vom HR-Team (HR, Human Ressources). Sie sagen aber auch, was Unternehmen tun sollen, um Bewerber für sich zu gewinnen.

Was sollten Unternehmen tun, damit sie für hoch qualifizierte junge und hightechaffine Bewerber attraktiv sind?
Junge Bewerber, die sogenannte “Generation Y”, achten heute – im Vergleich zu den Geburtenjahrgängen vor 1980 – sehr stark auf einen technisch gut ausgestatteten Arbeitsplatz. Ein Smartphone sowie die Möglichkeit, auch mobil arbeiten zu können, werden als selbstverständlich angesehen.

Zu den klassischen Anforderungen der beruflichen Weiterentwicklung und dem Anspruch, wertschöpfende Aufgaben zu übernehmen, kommen Erwartungen wie internationales Arbeiten und eine ausgewogene Work-Life-Balance hinzu. Unternehmen, die diese Angebote miteinander vereinbaren können, gelten definitiv als attraktive Arbeitgeber.

Viele Experten aus der IT-Branche empfehlen Unternehmen, sie sollten ihre Mitarbeiter mit Tablet-PCs und Facebook-Zugang ausstatten, damit sie attraktiv für junge Bewerber bleiben. Was halten Sie davon?
Aus unserer Sicht ist das nur dann sinnvoll, wenn es dem Mitarbeiter und dem Arbeitgeber gleichermaßen nützt. Es bringt nichts, wenn der Mitarbeiter das modernste und tollste Tablet zur Verfügung hat, aber damit nicht im Sinne des Unternehmens arbeiten kann. Beide Seiten haben dann etwas davon, wenn beispielsweise ein ins Firmennetz sicher und sauber integriertes Tablet produktiv im Sinne des Unternehmens genutzt wird.

Mit solchen modernen Arbeitsmitteln stattet Computacenter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die viel unterwegs sind, beispielsweise beim Kunden vor Ort, und dabei den sicheren Zugriff auf das Firmennetzwerk benötigen. Darüber hinaus ist die Verwendung von privaten Tablet-PCs unter anderem über unser Programm “Bring your own device” möglich.

Wie sieht eine gelungene digitale Bewerbungsmappe aus? Was darf nicht fehlen? Was ist überflüssig?
Vor der eigentlichen Bewerbung sollte zunächst geprüft werden, welche Art der elektronischen Bewerbung gefragt ist. Beispielsweise eine klassische E-Mail oder das Hochladen von Dokumenten in einer Online-Lösung. Anschreiben, Lebenslauf und die wichtigsten Zeugnisse sollten möglichst in einer PDF-Datei zusammengefasst werden. Dabei sollten nur die Dokumente eingereicht werden, die für die offene Position relevant sind.

Bei aller Reduktion auf das Wesentliche gilt aber: Motivationsschreiben und Lebenslauf sind auch bei einer digitalen Bewerbungsmappe unverzichtbar!

Manche bewerben sich schon mit “originellen” Youtube-Videos. Was ist davon zu halten?
Das ist heute noch eher selten. Wir gehen davon aus, dass es aber nicht mehr lange dauern wird, bis Videos als Ergänzung zur klassischen Bewerbung zunehmen werden.

Bei aller Modernität darf dabei nicht vergessen werden, dass für ein Unternehmen eine Bewerbung auch im Sinne der Vergleichbarkeit nachhaltig und strukturiert zur Verfügung stehen muss. Für die Kolleginnen und Kollegen aus der Personalabteilung müssen die wesentlichen Fakten zu einem Bewerber bei Bedarf sofort abrufbar sein. Insofern ist ein Video eher als Abrundung einer Bewerbung zu verstehen.

Wie ist Ihre Erfahrung mit jungen Bewerbern? Machen die bei der Bewerbung alles richtig?
Die Erfahrung zeigt, dass es durchaus noch “Room for Improvement” gibt – und das übrigens nicht nur bei jungen Menschen. Klassiker wir Rechtschreibfehler, lückenhafte Lebensläufe oder nicht bewerbungskonforme Lichtbilder sind leider keine Seltenheit.

Interessierte können sich nicht nur online auf einschlägigen Plattformen über die “richtige Bewerbung” informieren. Computacenter empfiehlt zudem die Teilnahme an persönlichen Bewerbertrainings, die eine Vielzahl von Unternehmen an Schulen, Fachhochschulen und Universitäten anbieten.

Von Personalentscheidern wird häufig gesagt, dass sie auch das persönliche Profil der Bewerber in Facebook unter die Lupe nehmen. Was halten Sie davon?
Computacenter konzentriert sich ausschließlich auf die schriftlich eingereichte Bewerbung, Facebook-Profile werden nicht geprüft. Aber dies mag nicht für jedes Unternehmen gelten. Daher empfiehlt Computacenter Bewerberinnen und Bewerber, die sich aktiv im Recruitingprozess befinden, sich in ihrem Facebook-Profil angemessen darzustellen oder das Profil entsprechend zu schützen.

Was wird sich bei Bewerbungen in den nächsten Jahren ändern?
Die Form der Bewerbung, nämlich sich schriftlich einem Unternehmen vorzustellen, wird in den nächsten Jahren sicherlich beibehalten werden – auch wenn neue Spielarten wie eben beispielsweise Videos zunehmen werden. Vor vielen Jahren war das Telefoninterview, welches heute eine etablierte und bewährte Kennenlernmöglichkeit zwischen Unternehmen und Bewerber darstellt, noch undenkbar.

Zukünftig werden darüber hinaus sicherlich Bewerbungsgespräche über Videokonferenzen zunehmen, so dass sich Bewerber und Unternehmen in einem ersten Termin einen persönlichen Eindruck vom Gegenüber machen können. Das persönliche Vorstellungsgespräch wird es allerdings immer geben und es ist auch nicht ersetzbar.