TI bringt 1-GHz-Linux-Computer für 45 US-Dollar

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Texas Instruments besinnt sich aufs Wesentliche des Computings und verkauft einen minikleinen Linux-Rechner für wenig Geld. Der “Beaglebone” ist eine offene Hard- und Software-Entwicklungsplattform. In Deutschland wird Conrad Electronic den Vertrieb übernehmen.

Mit dem BeagleBone Black stellt TI einen kreditkartengroßen PC her, an den nur noch Maus und Tastatur angeschlossen werden müssen. Als Bastlerkit für Entwickler kann der Rechner jederzeit um andere Komponenten erweitert werden.

TI-Beaglebone
Der Beaglebone Black kommt mit Angström Linux und Entwicklerkit (Bild: TI)

Bereits an Bord sind ein mit 1 GHz getakteter ARM-Cortex-A8-Prozessor “Sitara AM335x” von Texas Instruments, 2 GByte Speicher mit werksseitig installierter Linux-Software sowie ein USB-Kabel zur Stromversorgung.

Mit USB-, Ethernet- und HDMI-Schnittstellen kann der Mini an Maus, Tastatur oder LCD-Bildschirm angeschlossen werden. Mit den Erweiterungssteckerleisten, unter anderem 65 digitale I/O-Leitungen, sieben analoge Eingänge und der Möglichkeit zum Anschluss weiterer Peripheriegeräte, richtet sich TI vor allem an Entwickler und Elektronikbastler.

Das Gerät wurde jetzt auf der “Design West” im Silicon Valley in San José als “neue Lösungsgeneration” vorgestellt. Passend zum Start des Minisystems wurde auch die Onlinecommunity Beagleboard.org ins Leben gerufen, die Foren und Treffpunkte für Entwickler rund um Entwicklungen mit Android, dem mitgelieferten Angström-Linux oder Ubuntu anbietet.

Über den USB-Anschluss kann der Minirechner jederzeit als Netzwerkgerät in andere Umgebungen eingebunden werden.

Einbindung des Beaglebone
Über USB-Netzanbindung kann der Beaglebone Black auch auf Mac OS X, Linux und Windows zugreifen – und umgekehrt diese Systeme auf den Minirechner (Bild: TI)

Das Linux-Betriebssystem und die Entwicklungsumgebung Cloud9-IDE sind werksseitig auf dem Beaglebone Black installiert. Cloud9 kann über Chrome oder Firefox direkt angesprochen werden (Internet Exlorer wird nicht funktionieren, betont TI).

Mit der “Bonescript” JavaScript-Bibliothek können Komponenten des Beaglebone wie die eingebauten LEDs direkt angesteuert werden. Dokumentation, Programmbeispiele, Kernel-Support für weitere Softwaredistributionen wie Ubuntu, Android und Fedora sind auf Beagleboard.org für verfügbar.

Anbindungen und Anwendungen für 3D-Drucker, DMX-Beleuchtungssteuerung, Geigerzähler, Telerobotik-U-Boot, LCD-Touchscreens und vieles mehr sind bereits verfügbar. Ab Ende Mai soll der BeagleBone Black dann in großen Stückzahlen verfügbar sein. Der exakte deutsche Preis wird vom Dollarkurs abhängig sein und steht daher jetzt noch nicht fest.

In einem YouTube-Video demonstriert TI, wie man mit dem Minirechner BeagleBoard am schnellsten zurechtkommt.

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