SchülerVZ gibt Ende April endgültig auf

MarketingSoziale Netzwerke

Mitglieder haben noch rund drei Wochen Zeit, Fotos, Nachrichten, Links und Einträge ihrer Pinnwand zu sichern. Am 30. April werden alle Daten und Inhalte gelöscht. Zuletzt hatte das Angebot nur noch rund 200.000 Nutzer. StudiVZ und MeinVZ wollen demnächst einen neuen Anlauf machen.

Das soziale Netz SchülerVZ wird am 30. April 2013 dicht gemacht. Das geht aus einem Eintrag auf der Hilfeseite hervor. “Mit der Schließung werden alle deine Inhalte und Daten vollständig und unwiederbringlich gelöscht”, heißt es dort weiter. “Dies gilt für Bilder, Nachrichten, Links, Pinnwandeinträge und alle anderen Daten, die du bei uns gespeichert hast.” Tipps, wie Nutzer ihre Daten sichern können, liefert SchülerVZ in einer FAQ.

SchülerVZ ging im Februar 2007 unter dem Dach der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck an den Markt. Es war nach StudiVZ das zweite Projekt der VZ-Netzwerke, zu denen auch MeinVZ gehört. In seinen besten Zeiten hatte es nach eigenen Angaben über fünf Millionen Nutzer zwischen 10 und 21 Jahren. Heute sollen es nur noch rund 200.000 sein.

(Grafik: Statista / http://de.statista.com/statistik/kategorien/kategorie/21/branche/internet/infografik/818/entwicklung-der-visits-der-deutschen-sozialen-netzwerke-2012--indexiert-/)
2012 konnte von den deutschen sozialen Netzwerke lediglich Xing stabile Nutzerzahlen erreichen. Am härtesten traf es die VZ-Netzwerke. Von 74,1 Millionen Visits im Januar ging es für Schüler VZ, Studi VZ und Mein VZ runter auf 23,1 Millionen Visits im Dezember (Grafik: Statista).

Die VZ-Netzwerke gerieten nach dem Start von Facebook in Deutschland im Jahr 2008 zunehmend unter Druck. Viele Mitglieder wanderten zu dem Konkurrenten ab. Alle Versuche, der Abwanderung der Nutzer entgegenzuwirken, blieben erfolglos. Auch die Umbenennung von SchülerVZ im Juni 2012 in Idpool und der Plan, es “perspektivisch über mehrere Stufen zu einem edukativen Angebot auszubauen” brachten wohl nichts.

Im Herbst 2012 verkaufte die Holtzbrinck-Gruppe die VZNetzwerke schließlich an Vert Capital. Für StudiVZ und MeinVZ, die zusammen angeblich noch rund eine Million Mitglieder haben, sollen in den nächsten Wochen neue Angebote starten. Den Anfang hat schon VZ Fotobuch gemacht. Dort können Nutzer Fotos hochladen und Freunden zeigen.

(Grafik: Statista / http://de.statista.com/themen/138/facebook/infografik/907/top-10-der-sozialen-netzwerke-in-deutschland)
Laut Comscore waren im Dezember 2012 rund 46,4 Millionen Deutsche auf Seiten sozialer Netzwerke unterwegs. 38,6 Millionen davon entfielen auf Facebook. Auf Platz zwei folgt Google Plus, dass deutlich zulegen konnte. Auf Platz drei liegt mit 4,2 Millionen Besuchern Xing. Twitter besuchten rund drei Millionen Deutsche. Der Microblogging-Dienst stagniert damit seit Sommer 2012. Die VZ-Netzwerke schafften es erstmals nicht mehr in den Comscore-Top-10 (Grafik: Statista).

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie Soziale Netzwerke? Testen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen