Samsung und Mozilla entwickeln gemeinsame Browser-Engine

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Unter dem Namen “Servo” bauen die Partner eine Android-Browser-Engine. Eine neue Programmiersprache, die verwendet wird, soll für Sicherheit sorgen. Die Engine soll auch mehrere CPU-Kerne nutzen önnen. Eine erste stabile Version kündigt Mozilla für 2014 an.

Mozilla arbeitet zusammen mit Samsung an einer Browser-Engine. Servo soll vor allem unter Googles Mobilbetriebssystem Android in Verbindung mit ARM-Prozessoren zum Einsatz kommen. Laut Mozilla CTO Brendan Eich nutzt die neue Engine die “Vorteile künftiger schneller, heterogener Mehrkern-Computing-Architekturen”.

mozilla_rustServo ist der Versuch, einen Browser von Grund auf neu zu entwickeln, der künftige Hardware besser unterstützt, ohne dass alter Programmcode zum Einsatz kommt, der möglicherweise noch vergessene Fehler und Schwachstellen enthält, erläutert Eich in einem Blogeintrag. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen Mozilla und Samsung auf eine experimentelle Programmiersprache namens “Rust”, die von Graydon Hoare und Mozilla Research entwickelt wurde.

“Samsung hat bereits zur ARM-Basis von Rust beigetragen und die notwendige Infrastruktur zur Kompilierung für Android aufgestellt, zusammen mit vielen anderen Verbesserungen”, schreibt Eich. Seit Mittwoch werde die Version 0.6 der Programmiersprache über GitHub verteilt. Dort findet sich auch der Quellcode für Servo.

Eich zufolge soll Rust ähnlich eingesetzt werden können wie C++. “Darüber hinaus ist es ‘standardmäßig sicher’, was ganze Klassen von Speicherfehlern verhindert, die zu Abstürzen und Sicherheitsanfälligkeiten führen”, ergänzte Eich. Entwickler könnten mit Rust zudem die Vorteile von Mehrkernprozessoren nutzen.

Rust befindet sich seit 2006 in der Entwicklung. Für das kommende Jahr versprach Eich die erste stabile Version. Gleichzeitig werde Mozilla die Entwicklung von Servo vorantreiben. “Zusammen mit unseren Freuden von Samsung schauen wir uns die Möglichkeiten auf mobilen Plattformen immer genauer an. Beide Projekte befinden sich noch in einem frühen Stadium und es gibt noch viel zu tun. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich zu beteiligen.”

Samsung hat Eich zufolge rund 20 Mitarbeiter für Rust abgestellt. Das Unternehmen könnte als Hardwarehersteller vor allem davon profitieren, dass die neue Programmiersprache das Problem der Multikern-Unterstützung in mobilen Betriebssystemen lösen will. “Samsung sieht das als gute Investition an, falls alle Voraussagen zur Hardware eintreffen”, sagte Eich.

[mit Material von Max Smolaks, TechWeekEurope, und Seth Rosenblatt, News.com]