Werden Amazon und Walmart Partner?

E-CommerceMarketing

Geht es nach einer Story der Financial Times, will der größte Händler den weltgrößten Online-Händler angreifen. Oder werden die Handelstitanen in Wirklichkeit zu Partnern? Ein aktueller Kommentar traut den beiden zu, ein mächtiges Oligopol zu bilden.

Einen Kampf der Giganten sahen diverse Zeitungen und Onlinedienste auf den Konsumenten zukommen, nachdem Walmart angekündigt hatte, selbst verstärkt in den Onlinehandel einzusteigen. Der Handelsriese, der in den USA, Großbritannien, und vielen anderen Ländern sein Geschäft vor allem über seine Supermärkte abwickelt, hat quasi in einer Kriegserklärung  vergangene Woche über die Medien mitgeteilt, man habe was man habe und hole sich, was man noch nicht habe. Gegenüber der britischen Financial Times erklärte Walmarts E-Commerce-Geschäftsfüher Neil Ashe also im Grunde, Amazon sei “das größte Biest im Dschungel”, wie es das FT-Blog in sehr direkte Worte fasst.

walmazonDas, so Autor Andrew Hill, sei nur die logische Erweiterung von dem, was Walmart schon über ein Jahrzehnt tue. Das Ziel, mit Online so weit zu kommen wie Amazon, überrascht nicht, denn im Onlinegeschäft ist Amazon mit 61 Milliarden Dollar Jahresumsatz weit vor Walmart.com mit seinen “nur” 9 Milliarden. Offline aber nimmt Walmart im Jahr acht Mal so viel Geld ein wie Amazon.

In diesen Unterschieden “Erzfeinde” zu erkennen, will Hill nicht einsehen. Mit der Kombination aus Online und den über 4000 US-Läden aber, so zitiert er Ashe, könnte Walmart mit einem “Click&Collect”-Modell weitaus mehr Umsatz generieren.

In England funktioniere ein ähnliches Modell in einer Kooperation von Amazon und der Buchhandelskette Waterstones bereits recht gut. Ob so etwas in Deutschland funktionieren kann, ist noch fraglich – die Real-Supermarktkette experimentiert hier bereits mit einem ähnlichen Modell herum, über die Erfolge existieren jedoch keine Zahlen.

Hill, der bereits 2004 über ein mächtiges Konglomerat aus Google und Amazon (“Googlezon”) visionierte, meint nun, seine Idee von damals könne man heute auch auf Walmart und Amazon anwenden: Man müsse sich nur die gemeinsame Power eines “Walmazon” vorstellen! Ganz abwegig ist diese Idee nicht.

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