Firefox soll durch Cookie-Blockade Privatsphäre schützen

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(Bild: shutterstock / Michael H Reed)

Mozilla folgt dem Ansatz von Apple bei Safari, wo Tracking per Cookies standardmäßig verhindert wird. Ziel ist ein besserer Schutz der Privatsphäre. Die Voreinstellungen bei Firefox blockieren Cookies von Drittanbietern zumindest, bis der Nutzer die Sites direkt besucht.

Mozilla testet derzeit einen neuen Patch für den Nightly-Channel von Firefox, der den Umgang mit Cookies von Drittanbietern verändert. Dem Ansatz von Apples Browser Safari folgend soll Firefox künftig nur noch Cookies von Websites akzeptieren, die der Anwender auch tatsächlich besucht hat.

(Bild: shutterstock / Michael H Reed)

Mozilla will dadurch die Privatsphäre der Nutzer besser schützen und eine Protokollierung der Cookies, die von besuchten Websites generiert werden, verhindern. Sie wird von manchen Unternehmen durchgeführt, um Informationen über Webaktivitäten des Nutzers zu sammeln und weiterzuverkaufen.

Aktuell kann eine Website Elemente anderer Seiten abrufen, etwa Werbeeinheiten, die im Gegenzug Cookies auf dem Computer speichern. Diese erlauben später eine Nachverfolgung und somit einen Einblick in die Nutzungsgewohnheiten des Anwenders.

Mit dem Patch werden diese Cookies von Drittanbietern standardmäßig nicht grundsätzlich blockiert, sondern nur, wenn der Nutzer die entsprechende Website nicht direkt besucht. Die Einstellungen lassen sich im “Privacy”-Tab des Optionsmenüs von Firefox Nightly anpassen.

In eigenen Tests hat Alex Fowler, Leiter für Global Privacy und Public Policy bei Mozilla, festgestellt, dass beim kurzen Aufruf von vier Newssites hunderte Drittanbieter-Cookies ohne negative Nebeneffekte blockiert wurden. Im Mozilla Privacy Blog schreibt er: “Ich habe alle meine Cookies gelöscht, bevor ich diese Seiten besucht habe, und diesen Prozess dann mehrere Male wiederholt, weil ich natürlich verifizieren wollte, dass vier Sites zu über 300 Cookies von mehr als 100 Firmen führten, die ich nicht besucht habe. Display-Anzeigen und Sharing Widgets auf den Sites funktionierten normal, und als ich sie angeklickt habe, waren die verschiedenen involvierten Parteien in der Lage, Cookies zu setzen.”

Der neue Patch steht derzeit nur für die frühen Entwicklerversionen von Firefox zur Verfügung. Fowler geht davon aus, dass es noch einige Monate dauern wird, bis die Änderungen in die Beta- und finalen Versionen des Mozilla-Browsers Einzug halten. Wer die neuen Cookie-Optionen schon testen will, kann den aktuellen Firefox-Nightly-Build 22.0a1 für Windows, Mac und Linux sowie Android herunterladen.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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