Belkin schließt Übernahme von Linksys ab

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Die Marke Linksys möchte der Käufer fortführen. Sie soll auch künftig für Router und WLAN-Produkte verwendet werden. Besonders das Angebot Smart-Wi-Fi will Belkin ausbauen.

Belkin hat jetzt den Abschluss der Übernahme von Linksys bekannt gegeben. Cisco hatte seine Tochter dem Unternehmen zu einem nicht genannten Preis überlassen.

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Der Käufer will die Technologien von Linksys auch künftig als eigenständige Marke und als eigenständige Produktreihen weiterführt. Das bezieht sich vor allem auf die Router sowie die WLAN-Produkte. Insbesondere die Smart Wi-Fi Plattform inklusive der dazugehörigen Dienste will Belkin weiterbetreiben.

“Wir werden die Linksys-Produkte erhalten und weiterentwickeln, um die User Experience zu verbessern und mehr Funktionen für das Management des Heimnetzwerkes zu bieten. Linksys Smart Wi-Fi bietet Verbrauchern eine innovative und einfache Möglichkeit, mit ihrem Heimnetzwerk zu interagieren. Wir werden weiter in dieses Konzept investieren, indem wir mehr Funktionen und Produkte hinzufügen”, kündigt Chet Pipkin, CEO von Belkin, an.

Um sein Engagement zu untermauern will Belkin noch im Frühjahr einige neue Produkte vorstellen. Das will aber nicht viel heißen: Schließlich müssen die noch unter der Führung von Cisco entwickelt und konzipiert worden sein. Spannend wird es erst in zehn bis zwölf Monaten, wenn sich der Einfluss von Belkin stärker bemerkbar machen wird.

Nichts mehr zu hören ist in der aktuellen Pressemitteilung von den hochfliegenden Plänen Ciscos bei dem Verkauf: Ende Januar hatte Hilton Romanski Vizepräsident bei Cisco, erklärt Belkin und Cisco wollten eine strategische Partnerschaft eingehen, in deren Rahmen etwa Vertrieb, strategisches Marketing und Produkte für Service Provider vermarktet werden sollten.

Das ist aber nicht weiter verwunderlich, schließlich hatte Cisco schon 2003 beim Kauf von Linksys davon geträumt, seine guten Beziehungen Ciscos zu Netzwerkbetreibern in die Waagschale zu werfen, um ihnen Linksys-Geräte als sogenannte CPEs (“Customer Premise Equipment”) schmackhaft zu machen. Kurzzeitig wurde dazu sogar überlegt, ob nicht proprietäre Funktionen angeboten werden sollten, um Netzbetreibern mit Cisco-Ausrüstung im Backend erweiterte Möglichkeiten bei den Netzabschlußgeräten zu bieten. Diese Strategie ging aber nicht auf. Und wenn das schon nicht klappte, als man alles im im eigenen Haus hatte, wird es jetzt im Rahmen einer losen Kooperation jetzt erst recht nicht funktionieren.

Noch nicht ganz klar ist, wie sich die beiden Marken Belkin und Linksys gegeneinander abgrenzen werden. Belkin spricht derzeit etwas vage davon, im Bereich Heimvernetzung mit “klar abgegrenzten Netzwerklösungen Verbraucher mit verschiedenen Interessen ansprechen” zu wollen. Naheliegend wäre, dass Belkin eher Käufer anspricht, die auf Design und einfache Nutzbarkeit Wert legen, Linksys sich dagegen eher an Verbraucher richtet, die auf technische Finessen achten – wobei da der Anbieter in Deutschland gegen den Lokalmatador AVM einen schweren Stand haben wird.

Besitzer von Linksys-Produkten beruhigt Belkin mit dem Versprechen, den Support über die bekannten Wege aufrecht zu erhalten und Garantien für Linksys-Produkte in vollem Umfang anzuerkennen. Serviceanfragen können Linksys-Kunden nach wie vor über die Support-Seite der Linksys-Homepage stellen.

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