Samsung-Managerin: Wir arbeiten an einem Armbandcomputer

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Ein Managerin hat in einem Interview bestätigt, dass Samsung eine Smartwatch entwickelt. Die Koreaner sehen sich offenbar im Wettlauf mit Apple, das Gerüchten zufolge an einer “iWatch” arbeitet. Beide Firmen könnten Armbanduhr-Computer als nächsten großen Trend nach dem Smartphone sehen.

Eine Samsung-Managerin hat bestätigt, dass ihr Unternehmen schon länger an einer Smartwatch arbeitet. “Wir bereiten das Uhrenprodukt schon lange vor”, so Lee Young Hee, Executive Vice President von Samsungs Mobilsparte, in Seoul gegenüber Bloomberg. “Wir arbeiten sehr hart daran, die Entwicklung abzuschließen. Wir bereiten Produkte für die Zukunft vor, und die Uhr gehört definitiv dazu.”

Zu Features, Preis oder dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Markteinführung wollte Lee keine Angaben machen. Sie sieht Samsung aber offenbar im Wettlauf mit Apple, das mehreren Berichten zufolge ebenfalls an einem Armbanduhr-Computer arbeitet und ihn angeblich noch dieses Jahr auf den Markt bringen will. “Die Frage ist, wer es zuerst so vermarkten kann, dass die Verbraucher etwas Sinnvolles damit anfangen können.”

Mit seiner SmartWatch bietet Sony bereits eine “Android-Armbanduhr”, die zu den meisten Android-Smartphones kompatibel sein soll. Die Armbanduhr kann sich mit einem Smartphone verbinden, zeigt Informationen von ihm an, kann seinen Musikplayer steuern und bietet zusätzliche Fitness-Apps.

Der Hersteller I´m Watch bietet schon eine ganze Weile eine Reihe von smarten Armbanduhren an - allerdings nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu Smartphones (Bild: I´m Watch).
Der Hersteller I´m Watch bietet schon eine ganze Weile eine Reihe von smarten Armbanduhren an – allerdings nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu Smartphones (Bild: I´m Watch).

Vielfältige Funktionen stellt auch das LG GD910 bereit. Die Handy-Uhr mit MP3-Player, Video-Call-Funktion und Bluetooth wird auf der deutschen Website von LG allerdings schon als “Auslaufmodell” bezeichent. In Großbritannien bieten es dagegen noch zahlreiche große Handelsketten an. Und das Projekt einer mit dem iPhone verbundenen Uhr namens Pebble fand auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter 70.000 zahlende Unterstützer.

Samsung wie Apple interessieren sich vermutlich für Armbanduhr-Computer, da sich der Smartphonemarkt der Sättigung nähert und sich das Wachstum in den nächsten Jahren verlangsamen dürfte. Die Uhrenindustrie wiederum erzielt weltweite jährliche Umsätze von über 60 Milliarden Dollar.

Apple hat angeblich rund 100 Mitarbeiter für die Arbeit an einer Armbanduhr mit iOS abgestellt. Nach einem Bericht der New York Times experimentiert der iPhone-Hersteller außerdem mit einer gebogenen Glasabdeckung für seine Uhr. Auf eine kommende iWatch weist außerdem ein Patentantrag von Apple hin.

Samsung wiederum hat mit dem S9110 bereits seit 2009 ein – heute allerdings etwas vorsintflutlich und klobig wirkendes Modell – im Angebot. Online ist die Samsung S9110 derzeit für knapp über 80 Euro zu haben. Das, an dem beide Firmen offenbar jetzt arbeiten, wird aber wohl nicht nur eine Handy-Fernbedienung, sondern ein komplettes Telefon sein.

[mit Material von Steven Musil, News.com]