Rapidshare wehrt sich gegen Studie der GfK

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(Bild: Shutterstock / Kubais)

Eine diese Woche veröffentlichte Untersuchung von GfK und OpSec Security kommt zu dem Ergebnis, dass Sharehoster überwiegend illegal genutzt werden. Der für den Bericht ebenfalls untersuchte Anbieter Rapidshare kritisiert jetzt die Methodik und zweifelt die Ergebnisse an.

Eine von der GfK und OpSec Security im August 2012 durchgeführte und jetzt veröffentlichte Untersuchung soll belegen, dass Sharehoster in erster Linie illegal genutzt werden. 96,6 Prozent der analysierten Sessions wurden von den Autoren der Studie als illegal eingestuft, das heißt, dass es sich es bei den gesuchten Inhalten um Raubkopien von urheberrechtlich geschütztem Material handelte, die bei dem Hoster liegen und deren Detaillinks auf einschlägigen Portalen veröffentlicht wurden.

Rapidshare hat sich jetzt gegen die Vorwürfe von GfK und OpSec Security gewehrt.
Rapidshare hat sich jetzt gegen die Vorwürfe von GfK und OpSec Security gewehrt.

Die Untersuchung wurde im Auftrag von Verbänden der Filmwirtschaft mittels des GfK Media Efficiency Panels erstellt. Mit ihm wird das private Online-Nutzungsverhalten von 15.000 Haushalten personenbezogen und kontinuierlich gemessen. Laut GfK-Berechnung haben demnach 16,1 Prozent der privaten deutschen Internetnutzer im vergangenen Jahr mindestens einen der drei untersuchten Sharehoster Share-Online.biz, Uploaded oder Rapidshare genutzt.

Letzterer hat sich jetzt in einer ausführlichen Stellungnahme gewehrt: Die von der Untersuchung (PDF) ermittelten Zahlen für illegale Inhalte seien viel zu hoch: Es habe den Anschein, “dass im Vorfeld sehr vereinfachte Annahmen getroffen wurden, die dann zu einem Ergebnis führen, das den Auftraggebern der Studie entgegen kommt”, so das Schweizer Unternehmen.

“Anteil illegaler Dateien im Promillebereich”

Aus eigener Erfahrung wisse man beispielsweise, dass es technisch extrem schwierig sei, “einwandfrei zu bestimmen, ob eine Datei legal oder illegal ist, was für ein Medientyp sich hinter bestimmten Dateiendungen tatsächlich verbirgt etc.”.

Da man nicht ohne Grund in die Accounts der Kunden schaue, kenne man keine exakten Zahlen, man habe aber eine Schätzmethode für den Anteil illegaler Dateien an allen bei Rapidshare gespeicherten Dateien entwickelt: “Wir haben uns dazu angeschaut, wie viele Dateien wir aufgrund von Urheberrechtsverletzungen löschen. Im Vergleich zu den Dateien, die bei uns hochgeladen werden, bewegt sich diese Zahl im Promillebereich.”

Natürlich müsse man eine Dunkelziffer an Raubkopien unterstellen, die nicht entdeckt und gelöscht werden. Doch selbst wenn man die gelöschten Dateien mit dem Faktor zehn multipliziere, bewege man sich immer noch im einstelligen Prozentbereich. Rapidshare erklärt zudem, dass über die Hälfte aller bei dem Unternehmen gespeicherten Dateien nie heruntergeladen würden, es sich dabei also vermutlich um legale Sicherungskopien handele.

Falscher Zeitpunkt für die Erhebung gewählt

Kritik äußert Rapidshare auch am Erhebungszeitpunkt: Im zweiten Quartal 2012 war gerade Megaupload geschlossen worden. “Viele Megaupload-Nutzer waren auf der Suche nach einer Alternative für ihre illegalen Aktivitäten. Einige dieser problematischen Nutzer hatten damals gehofft, auf RapidShare setzen zu können, was einen vorübergehenden Anstieg der Zugriffszahlen von rapidshare.com nach sich gezogen hat.”

Die meisten dieser Nutzer hätten sich aber bald wieder von dem Dienst verabschiedet, als sie merkten, dass sie nicht willkommen sind. “Ohnehin konnten wir im Laufe des Jahres 2012 die Effizienz unserer Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen noch einmal steigern. Zudem haben wir inzwischen ein Limit für ausgehenden Traffic eingeführt, wodurch RapidShare für Raubkopierer schon aus technischer Sicht unattraktiv ist”, so das Unternehmen weiter.

Die Ergebnisse würden zusätzlich dadurch verzerrt, dass Kunden, die RapidShare für legale Zwecke wie Backups nutzen, überdurchschnittlich häufig auf das proprietäre Tool RapidDrive beziehungsweise vor dessen Einführung auf den RapidShare Manager zurückgreifen, anstatt die Website zu besuchen. Diese Nutzung sei in der Studie nicht erfasst. “Das heißt, den knapp über 200 Nutzern, die im Untersuchungszeitraum rapidshare.com aufgerufen haben, stehen vermutlich deutlich mehr Nutzer gegenüber, die RapidShare über RapidDrive oder den RapidShare Manager genutzt haben.”

Nutzung von Sharehostern durch Anwender aus Deutschland im Verlauf des Jahres 2012 (Grafik: OpSec Security).
Nutzung von Sharehostern durch Anwender aus Deutschland im Verlauf des Jahres 2012 (Grafik: OpSec Security).
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