Google stellt wieder einmal zahlreiche Angebote ein

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Das bekannteste Opfer von Googles gelegentlich stattfindenden Aufräumarbeiten ist diesmal das RSS-Tool Google Reader. Vielen Durchschnittsnutzern ist es nicht vertraut, verfügt aber über treue Anwender. Sein Ende trifft auch ein Ökosystem von Apps hart, die darauf basieren.

Google hat angekündigt, erneut Dienste zu schließen oder Features aufzugeben. Davon betroffen ist auch das RSS-Tool Reader, das vielen Durchschnittsnutzern zwar nicht bekannt ist, aber über eine sehr intensive Nutzerschaft verfügt. Als webbasierter Feedreader aggregiert er Nachrichten aus unterschiedlichsten Quellen übersichtlich in einem einer E-Mail-Inbox ähnlichen Format. Es gibt auch schon eine Online-Petition, mit der der weitere Betrieb erreicht werden soll, die bereits über 27.000 Nutzer unterzeichnet haben.

(Googles Aufstieg / Grafik: Statista (http://de.statista.com/themen/651/google/infografik/983/daten-und-fakten-zum-aufstieg-von-google/))
Googles Aufstieg in Zahlen (Grafik: Statista).

Das Aus für Reader kommt am 1. Juli. Nutzer haben also gut drei Monate Zeit, ihre Daten mit Google Takeout für alternative RSS-Reader zu exportieren. Der Suchkonzern begründet seine Entscheidung mit der rückläufigen Nutzung des 2005 eingeführten Readers. Laut dem Unternehmen ist der Trend zu mobilen Geräten der Grund für die meisten der aktuellen Schließungen.

“Es ist lange her, seit wir eine so schnelle Veränderung erlebten – das gab es vermutlich seit der Einführung des Personal Computing vor 40 Jahren nicht mehr”, schreibt Urs Hölzle, bei Google als Senior Vice President für die technische Infrastruktur verantwortlich. “Um das Beste aus diesen Chancen zu machen, müssen wir uns konzentrieren – sonst verzetteln wir uns und bewirken zu wenig.”

Der Schließung fällt auch die Bildbearbeitung Snapseed Desktop für Macintosh und Windows zum Opfer. Die mobile Snapseed-App für iOS und Android bleibt dagegen kostenlos verfügbar. Ab 16. September stehen Entwicklern außerdem mehrere Programmierschnittstellen nicht mehr zur Verfügung, darunter die Such-API für Shopping. Auch Google Building Maker entfällt, mit dem sich 3D-Modelle für Google Earth und Google Maps erstellen lassen. Aufgegeben wird außerdem das Plug-in Google Cloud Connect, das Microsoft-Office-Dateien von Windows-PCs automatisch bei Google Drive speichert.

Insbesondere Google Reader aber lässt schwer enttäuschte Anwender zurück. Durch die Sharing-Features dieses Tools experimentierte Google auch schon früh mit Social Networking, bevor es sich ganz auf Google+ verlegte. Konsequenzen ergeben sich auch für ein ganzes Ökosystem von Apps, die auf Google Reader basieren.

Im Juli 2012 hatte Google unter anderem angekündigt, die anpassbare Suchstartseite iGoogle einzustellen sowie das Ende für die Such-Appliance Google Mini, das Textmessaging-Widget Google Talk Chatback und für Google Video verkündet. Auch die Such-App für Symbian fiel damals den Aufräumarbeiten zum Opfer. Im Herbst vergangenen Jahres bekamen zudem Google Apps for Teams, Google Video for Business und Google Listen den Gnadenstoß

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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