Microsoft-Manager: So entstand das Tablet Surface

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Um die OEM-Partner nicht zu beunruhigen, erfolgte die Entwicklung unter strikter Geheimhaltung. Von Anfang an war klar, dass das Tablet zusammen mit Windows 8 auf den Markt kommen sollte. Das Entwicklerteam arbeitet derzeit bereits an kommenden Surface-Generationen.

Der Leiter des Entwicklungsteam für Microsofts Tablet Surface, Panos Panay, hat jetzt die Entstehungsgeschichte des Tablets geschildert. Im Gespräch mit The Verge berichtete von den ersten Konzepten bis zum fertigen Produkt von den zu überwindenden Problemen.

Demnach wurde das Surface RT unter dem Codenamen “Georgetown” entwickelt. Eine wesentliche Vorgabe war, dass über Microsofts Tablet-Pläne nichts vorzeitig durchsickern durfte. Zum anderen sollte es unbedingt gleichzeitig mit Windows 8 auf den Markt kommen. “Das Ziel bestand darin, Windows 8 zum Leben zu erwecken”, sagte Panay.

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Panay hatte früher am Tischcomputer PixelSense (zuvor bekannt als Surface) gearbeitet. Er begann die Tablet-Entwicklung mit einem kleinen Team von 12 Mitarbeitern, das dann aber schnell auf 30 und schließlich über 80 Mitarbeiter anwuchs.

Obwohl es von Anfang an um ein Tablet gehen sollte, wurden auch andere Formfaktoren in Erwägung gezogen. Wann die Entwicklung von Surface genau begann, ließ sich Panay nicht entlocken. Die offizielle Erklärung dazu lautet, dass die Design-Konzepte von Windows 8 bereits feststanden, bevor Apple sein iPad vorstellte.

Die strikte Geheimhaltung war dem Softwarekonzern wichtig, weil er seine OEM-Partner nicht beunruhigen wollte. Andererseits traute er den Hardwareherstellern offenbar nicht zu, genau die Art von Gerät auf den Markt zu bringen, die man sich in Redmond vorstellte. Firmen wie Acer und Lenovo waren später natürlich entsprechend verärgert und brachten ihren Unmut auch zum Ausdruck.

Anwender sollten mehr machen können als mit konkurrierenden Tablets

Das Konzept für Surface ist laut Panay mit einem Satz zu erklären: Die Anwender sollten damit mehr machen können als mit konkurrierenden Tablets. Klare Vorgabe war außerdem, dass das Gerät dünn und leicht bleiben musste. Bei den ersten Prototypen erprobten die Entwickler abgerundete Rückseiten und Kanten, bevor sie sich für eine flache Rückseite und abgewinkelte Kanten entschieden.

Als besondere Herausforderung erwiesen sich Art und Befestigung der Schutzhülle. Sie sollte sehr dünn sein und die Tabletoberfläche gut schützen. Das Team entschied sich für eine abnehmbare Schutzhülle, die durch einen Magneten zu befestigen war. Nach zahlreichen Prototypen entstanden Touch Cover und Type Cover. Mit einer nur 3 Millimeter dünnen Hülle hielt das Team die ursprüngliche Vorgabe ein, eine Schutzhülle mit weniger als 4,5 Millimeter Dicke zu entwickeln.

Die Arbeit am Tablet Surface Pro begann unter dem Codenamen Georgetown X drei Monate später. Panay zufolge ist das auch der einzige Grund, warum die Pro-Version erst drei Monate nach Surface RT ausgeliefert wurde. “Es ging wirklich nur um Mitarbeiter, Verfügbarkeit und Zeit”. Eine Verzögerung oder Produktprobleme habe es nicht gegeben.

Die Entwickler beschäftigen sich inzwischen mit künftigen Surface-Generationen. “Ich rede von Generationen, nicht nur von einer”, sagte Panay. “Die Teams arbeiten mit Hochdruck an ihnen und sind begeistert von dem, was sie erreichen. Ich glaube, es wird immer noch besser und hoffentlich genau das, was Sie von uns erwarten.”
[mit Material von Lance Whitney, News.com]