Google wird zum Domain-Registrar

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Der Internet-Riese will einige seiner Top Level Domains freigeben. Unter den 101 beantragten gTLDs von Google finden sich .app, .blog und .cloud. Selbst behalten will man .google und .youtube.

Viele der von Google beantragten gTLDs sollen für die öffentliche Nutzung freigegeben werden. Die Pläne sehen vor, dass einige für bestimmte Nutzergruppen vorgehalten, andere ganz freigegeben werden.

google-gtldsMöglicherweise im Hinblick auf Kartellbedenken, mit denen sich etwa Amazon auseinandersetzen muss, formuliert Google, es wolle den Wettbewerb stärken, indem es Firmen ermögliche, auch andere Domains als .com zu verwenden. Dies schreibt Chief Information Officer Ben Fried der Internet Corporation for Assigned Named and Numbers (ICANN), also jener Organisation, die für die Zuteilung der Domains zuständig ist.

Auf die Ausschreibung der ICANN vom vergangenen Jahr hin waren insgesamt rund 1900 Einträge eingegangen. Google bemüht sich beispielsweise um .google, .chrome, .gmail, .goog und .youtube, die es nur intern verwenden will. Jede interessierte Firma soll dagegen Zugriff auf eine Domain mit der Endung .search, .app, .blog oder .cloud bekommen können. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, die ICANN hat lediglich eine Liste mit der Reihenfolge vorgelegt, in der sie über die Domains befinden wird.

Fried zufolge herrschte im Markt für Domains bisher Stagnation; dies könnte Google durch einen “uneingeschränkten Vergabeprozess” beenden. “Nach gründlicher Analyse hat Google vier von uns beantragte Registrierungen ausgemacht, die wir revidieren werden: .app, .blog, .cloud und .search. Regierungen und auch die Community haben diese Domains vorab als möglicherweise sehr wertvoll und nützlich für die gesamte Branche identifiziert.” Man wolle sie deshalb nicht auf Google-Produkte beschränken.

Google würde damit möglicherweise selbst zum Registrar für bestimmte Domains. Diesen Markt dominiert in den USA BigDaddy mit 1,4 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2011. Es könnte die Domainnamen aber auch verschenken, damit Nutzer an sich binden und auf indirekte Profite via Werbung hoffen.

[mit Material von Lance Whitney, News.com]