Zwei 3D-Drucker für fast jedermann

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(3D-Drucker Fabbster / Bild: ITespresso.de)

Nach einigen, zaghaften und exotisch anmutenden Versuchen, steht 3D-Druck nun vor dem Durchbruch. Beleg dafür ist, dass erste, erschwingliche Geräte auf den Markt kommen. Auf der CeBIT gab es zwei davon zu sehen. Beide kosten unter 1700 Euro und auch das Verbrauchsmaterial ist moderat bepreist.

Wie fast immer bei neuen Trends in der IT hat man den Eindruck, dass amerikanische Firmen ganz vorne mit dabei sind. Oft ist das aber nur ein Eindruck – tatsächlich gibt es nämlich auch anderswo technisch hervorragend umgesetzte Angebote, die allerding deutlich weniger geschickt und weitaus unspektakulärer vermarktet werden. So auch beim 3D-Druck für jedermann: Obwohl die Aufmerksamkeit der Medien von Bre Pettis und seiner Firma Makerbot in Anspruch genommen wird, gibt es eine Vielzahl technisch gleichwertiger oder besserer Angebote. Zwei davon waren dieses Jahr auf der CeBIT in Halle 9 zu sehen: Der Ultimaker aus den Niederlanden und der Fabbster aus Deutschland.

Bei beiden handelt es sich nicht mehr um Prototypen oder technische Spielereien, sondern um Geräte, die zu erschwinglichen Preisen heute schon zu kaufen sind. Ein Bausatz des Ultimaker kostet rund 1200 Euro, wer ihn fertig zusammengebaut haben will, zahlt rund 1700 Euro. Ungefähr ebenso viel muss man für einen teilmontierten Bausatz des Fabbster ausgeben.

Der 3D-Drucker Fabbster während der CeBIT 2013 bei der Arbeit (Bild: ITespresso).
Der 3D-Drucker Fabbster während der CeBIT 2013 bei der Arbeit (Bild: ITespresso).

Auch das Zubehör ist inzwischen in Preisregionen angekommen, die die Nutzung des Geräts realistisch machen. Der Ultimaker wird mit einer freien Open-Source-Software für die Datenaufbereitung im 3D-Druck ausgeliefert. Optional kann der Besitzer für 150 Euro die Software NetFabb Engine Basic for Ultimaker erwerben. Beim Fabbster gehört die Software Netfabb Engine for Fabbster ebenfalls zum Lieferumfang.

Beide Drucker greifen also auf die Software von Netfabb zurück. Mit ihr lässt sich der Drucker kalibrieren und in Betrieb nehmen. Außerdem dient sie dazu, Modelle für den Druck vorzubereiten sowie den Druckvorgang zu steuern. Die etwas teurerer Software Netfabb Studio Professional erlaubt es, selbst einfache Modelle zu entwerfen, Bauteile präziser zu bearbeiten und die Qualität der Oberflächen zu verbessern.

Als Verbrauchsmaterial verwenden beide Geräte ABS (Acrylonitrite Butadiene Styrene) oder PLA (Poly Lactic Acide). ABS gibt es in unterschiedlichen Farben. Damit ist auch die Erstellung von farbigen Modellen möglich – allerdings nicht ganz einfach: Es lassen sich derzeit in der Praxis nur Modelle mit unterschiedlich farbigen Teilbereichen drucken, Muster sind bei 3D-Druckgeräten in dieser Preisklasse nicht möglich, weil dies die parallele Zuführung unterschiedlich eingefärbter ABS-Masse erfordern würde. Aber auch daran arbeiten die Entwickler schon.

Der Ultimaker aus den Niederlanden beim 3D-Druck während der CeBIT 2013 (Bild: ITespresso).
Der Ultimaker aus den Niederlanden beim 3D-Druck während der CeBIT 2013 (Bild: ITespresso).

Ultimaker verkauft das zum Drucken erforderliche ABS für rund 40 Euro pro Kilogramm. Bei Fabbster kommt das ABS in Form der vom Hersteller so genannten Like-Sticks – dünne Schnüre aus dem Material. Sie weisen eine seitliche Profilierung auf. Damit verspricht der Hersteller den Schlupf des Materials in den Zuführungsschläuchen zu unterbinden, was zu einer präziseren Dosierung des geschmolzenen Materials und damit einem besseren Bauteil führe. Die Like-Sticks werden in Packungen zu 100 Stück und circa 200 Gramm für rund 16 Euro verkauft.

Der Fabbster erlaubt es immerhin schon, laut Anbieter als erstes Gerät in dieser Kategorie, in einem 3D-Druck mehrere Farben zu kombinieren, ohne die Materialzuführung ändern zu müssen. Dazu liegt dem Kit ein Magazin bei, das mehrere Like-Sticks mit unterschiedlichen Farben aufnehmen kann.

Die maximale Größe des gedruckten Bauteils ist bei Fabbster und Ultimaker nahezu gleich groß: Beim Fabbster liegt sei laut Hersteller bei 23 mal 23 mal 21 Zentimeter, beim Ultimaker sind 21 mal 21 mal 21 Zentimeter. Die Anwendungsgebiete sind ähnlich: Die Anbieter sprechen in erster Linie Modellbauer, Produktentwickler, Architekten, Designer, Künstler, Bildungseinrichtungen oder Bastler an. Als Käufer sind aber natürlich, wie der Fabber-Hersteller Sintermask aus Parsberg es ausdrückt, auch “Zukunftsenthusiasten” – oder eben jeder, der eine Idee hat, wie er auf dem 3D-Druck ein Geschäftsmodell aufbauen kann.

Kurze Videos der beiden Druckgeräte im Einsatz gibt es auf der Facebook-Fanpage von ITespresso, hier vom Fabbster und hier vom Ultimaker. Einen Überblick über den Markt für 3D-Druck hat ITespresso im Dezember 2012 im Rahmen seiner Prognosen für 2013 veröffentlicht.

Die mitgelieferte Software erlaubt sowohl bei Ultimaker als auch bei Fabbster die Erstellung eigener 3D-Druckvorlagen (Bild: Sintermask).
Die mitgelieferte Software erlaubt sowohl bei Ultimaker als auch bei Fabbster die Erstellung eigener 3D-Druckvorlagen (Bild: Sintermask).
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