Telekom-Portal Sicherheitstacho.eu informiert über Attacken

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Mit den Daten von über 90 Sensoren informiert der neue Dienst über Internetangriffe. Mit dazu verteilt ausgelegten “Honeypots” will die Telekom ermitteln, wie Schwachstellen ausgenutzt werden. Der Sicherheitstacho visualisiert Angriffsarten, Häufigkeit und den Ursprung von Attacken.

In ihrem neuen Service informiert die Deutsche Telekom über von ihr identifizierte Angriffe. Über 90 Lockvogel-Systeme generieren dazu Daten über das Ausmaß aktueller Bedrohungsszenarien. Sicherheitstacho.eu wurde auf der CeBIT in Hannover vorgestellt.

“Unsere Honeypot-Systeme zeigen, dass Angreifer das Bekanntwerden von Schwachstellen blitzschnell ausnutzen”, sagt Thomas Kremer, Telekom-Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance. “Kündigt ein Anbieter zum Beispiel eine Aktualisierung für sein Betriebssystem an, stürzen sich Angreifer regelrecht auf das Altsystem, um die Lücke zu finden, die das Update schließen soll. Kunden sollten Aktualisierungen deshalb umgehend installieren – dadurch lassen sich 90 Prozent der Angriffe erfolgreich abwehren.” Neben einem aktuellen Virenschutz sei das die wichtigste Sicherheitsvorkehrung für alle IT-Anwender.

Auf einer Landkarte wird bei Sicherheitstacho.eu visualisiert, woher gerade die meisten Attacken kommen. Diese Informationen finden sich rechts daneben auch als Tabelle, gefolgt von den Top 5 der Angriffsarten des Vormonats. Als Diagramme gibt es außerdem die Zahl der Angreifer wie auch der Angriffe pro Tag und die Verteilung der Angriffsziele zu sehen.

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Das neue Telekom-Portal Sicherheitstacho.eu zeigt Angriffe in Echtzeit (Screenshot: ZDNet).

Als Grund für das Angebots gibt die Telekom mehr Transparenz an. Sie stellt ihre Daten dort Sicherheitsforschern und Privatleuten zur Verfügung. Man nutze die Daten aber auch selbst, betont das Unternehmen. Bis zu 450.000 Angriffe auf seine lokalen Systeme verzeichnet es täglich. Außerdem benötige man diese Daten zum Schutz der Kunden. Bis zu 10.000 Nachrichten gingen an einem Tag an Telekom-Kunden, deren Anschlüsse für Spam-Versand missbraucht werden. Die wesentlich aussagekräftigeren Durchschnittswerte nennt sie leider nicht.

Die Initiative ist außerdem aus einer Allianz für Cyber-Sicherheit hervorgegangen, an der auch der Branchenverband Bitkom sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beteiligt sind. Die Telekom verspricht einen weiteren Ausbau. Unter anderem könnten Sensoren von Partnern integriert werden.

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