IT-Entscheider wissen zu wenig über Stromverbrauch

Green-ITInnovation

Energiesparen wird immer wichtiger. Doch viele Entscheider in Unternehmen wissen gar nicht, wo die Stromverbraucher sind. Das belegt eine Forsa-Studie. Demnach sind vor allem Laserdrucker die größten Stromfresser im Büro. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Epson.

Begriffe wie Energieeffizienz und Green IT muss man heute niemandem mehr erklären. Für jeden IT-Verantwortlichen im Unternehmen ist klar, dass Stromverbrauch ein erheblicher Kostenfaktor im Unternehmen ist.

Doch erstaunlicherweise wissen zwei Drittel der Einkaufsentscheider in deutschen Unternehmen gar nicht, wie hoch Ihre Stromkosten sind. Und je größer das Unternehmen, desto weniger wissen sie darüber. Das zumindest behauptet die Studie “Stromsparen im Bürodruck”, die das Marktforschungsunternehmen Forsa im Auftrag des Druckerherstellers Epson durchgeführt hat.

Natürlich veröffentlicht Epson die Ergebnisse dieser Studie, um auf die besondere Energieeffizienz seiner eigenen Produkte hinzuweisen. Dennoch bleiben die Aussagen der Forsa-Studie und Ihre Schlussfolgerungen plausibel. So unterschätzen möglicherweise viele Einkaufsverantwortliche die Bedeutung von Drucktechnologien für die Energieeffizienz.

Laserdrucker brauchen bis zu 1000 Watt

Nach Angaben von Epson sind es gerade die im Büro weit verbreiteten Laserdrucker (86 Prozent), die viel Strom aus der Steckdose ziehen. Demnach gehören die Laserdrucker zu den Geräten im Büro mit dem höchsten Stromverbrauch, nämlich bis zu 1000 Watt/Stunde.

1000 Watt, das klingt nach einem sehr hochgegriffenen Wert, er ist aber nicht unrealistisch. Tatsächlich benötigen Laserdrucker beim Druck viel Strom. Ein Beispiel: Canons großer Bürodrucker i-SENSYS LBP7200Cdn (bis zu 40 000 Seiten pro Monat) genehmigt sich in der Spitze mehr als 1000 Watt, der Durchschnittsverbrauch im Betrieb liegt bei knapp 400 Watt.

Selbst der deutlich kleinere Arbeitsplatzdrucker HL-2240 D von Brother (bis zu 10.000 Seiten pro Monat), benötigt immer noch durchschnittlich 495 Watt beim Drucken.

Canons A3-Tintenstrahldrucker Pixma iX6550 hingegen begnügt sich im Betrieb mit 20 Watt.

Der hohe Energieverbrauch der Laserdrucker ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass diese Technik beim Fixieren des aufgebrachten Toners einen Heizstab benötigt, der den Toner durch Hitze zum Schmelzen bringt und so auf die Seite fixiert. Der hohe Energieverbrauch entsteht beim Aufheizen.

IT-Leiter wissen am wenigsten

Für die Forsa-Studie wurden 500 Einkaufsentscheider in deutschen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern befragt. Die Studie hat sich auf drei Personengruppen konzentriert. IT-Leiter, Leiter der Einkaufsabteilungen und die Geschäftsleitung. Dabei haben die IT-Leiter am wenigsten Wissen über die Druckerkosten. Sie konnten in der Studie weder Stromkosten noch den Aufwand für Verbrauchsmaterialien korrekt schätzen oder beziffern.

Etwas besser informiert sind die Einkaufsentscheider. Doch auch bei ihnen musste mehr als die Hälfte (55 Prozent) passen, wenn es um die Einschätzung der Stromkosten ging. Die Befragten aus der Geschäftsleitung wiederum konnten die Stromkosten genauer abschätzen, wussten aber sehr wenig über die Höhe der Verbrauchskosten.

Epson: Tintenstrahldrucker sparen Geld

Mit diesen Ergebnissen und Fakten wirbt Epson schließlich für den Einsatz von Tintenstrahldruckern im Büro. Denn 50 Prozent der Unternehmen setzen ausschließlich auf Laserdrucker, viel weniger auf Tintenstrahldrucker.

Nur zwei Prozent der Befragten verwenden hauptsächlich Tintenstrahldrucker im Büro, und dies obwohl 43 Prozent wissen, dass Tinte prinzipiell sparsamer als Laser. Angeblich weiß nur jeder vierte, dass ein richtig eingesetzter Tintenstrahldrucker die Druckkosten um mehr als 30 Prozent reduziert. Der Stromverbrauch lässt sich laut Studie gegenüber Laserdruckern sogar um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Allerdings geht die Argumentation von Epson nicht darauf ein, warum viele IT-Entscheider sich für Laserdrucker und gegen Tintenstrahldrucker entscheiden. Laserdrucker gelten eben als robuste Arbeitsgeräte, wogegen Tintenstrahldrucker häufiger Kartuschenwechsel erfordern.