UR-Walking führt Soziale Fußgänger-Navigation ein

ForschungInnovationMobileWorkspaceZubehör

Ein Forschungsprojekt der Uni Regensburg erweitert bisherige Wegbeschreibungen um die Angabe herausragender Punkte. Jeder Teilnehmer kann solche Landmarken in die gemeinsame Datenbasis hinzufügen. Wie das geht, zeigen die Forscher jetzt auf der CeBIT.

Forscher der Universität Regensburg fügen Beschreibungen wichtiger Punkte in die Smartphone-Fußgängernavigation ein. Denn “es bringt wenig, wenn ein System sagt ‘Laufe 50 Meter und biege links ab'” erklärt Dr. Bernd Ludwig. “Woher soll man wissen, wann die 50 Meter erreicht sind? Für Fußgänger ist es eindeutiger, wenn die Anweisung ‘Nach der Treppe links abbiegen’ lautet.”

ur-walking-salience-modell
Die Beschreibung eines herausstechenden Orientierungmerkmals – der Kugel vor der Uni Regensburg – wird als “Salience model” in die Navigation aufgenommen (Bild: Uni Regensburg)

Gemeinsam mit Dr. Ludwig Hitzenberger vom Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur sowie einigen Studenten begann 2012 die Arbeit am Fußgänger-Orientierungssystem “UR Walking”, das nun zur CeBIT in Version 2.0 präsentiert wird und über den zunächst nur abgedeckten Campus der Uni Regensburg hinausreicht.

Das System nutzt “Landmarken” auffälliger Objekte  für die Routenanweisung. Nutzer können nun selbständig solche Angaben erstellen. Statt einer manuellen Erhebung der Daten nutzt UR Walking 2.0 die “Weisheit der Massen”: Die Smartphone-Applikation erlaubt es, dass jeder Nutzer Landmarken hinzufügen kann, die während der Bewegung und Navigation mit GPS-Position in eine zentrale Datenbank übernommen werden. Das “Collaborative Landmarking” hilft nun allen Nutzern, ihren Weg besser zu finden.

Die Landmarke wird beispielsweise durch ihre Größe, Form oder Farbe beschrieben. Haben viele Nutzer ein bestimmtes Objekt bewertet, entsteht daraus das sogenannte “Social Salience Model”. Hitzenberger erläutert: “Genau wie bei Openstreetmap oder auch bei YouTube setzen wir damit auf Inhalte, die vom Nutzer selbst verfügbar gemacht werden.” Der Prototyp wird auf der CeBIT in Halle 9 beim Stand von “Bayern Innovativ” gezeigt.

Sind Sie ein CeBIT-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen