Apple ist jetzt ein Google weniger wert

Angesichts des Aufstieg des Apple-Papiers im vergangenen Jahr schien Analysten und Marktbeobachtern alles möglich: Sie fabulierten bereits von der 1000-Dollar-Marke, die die Apple-Aktie bald durchbrechen werde. Fünf Monate nach dem Höhepunkt Ende September sieht die Apple-Welt jedoch jetzt nicht mehr ganz so rosa aus.

von Peter Marwan 0

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Im Sommer 2012 hatten Apple-Aktionäre kurzzeitig das Recht, auf hohem Niveau zu jammern: Die Aktie war nach einem fulminanten Anstieg seit Anfang 2012 nach einem aus Analystensicht enttäuschenden dritten Quartal von 600 auf 575 Dollar gefallen. Das winzige Tal der Tränen war jedoch bald durchschritten: Nicht einmal vier Wochen später lag das Papier Ende August wieder mehr als 13 Prozent über dem damaligen Kurs – und kletterte weiter.

Die US-Investmentbank Jefferies hob damals ihr Preisziel für die Apple-Aktie von 800 auf 900 Dollar an. Damit übertraff Apples Bewertung die Marke von 600 Milliarden Dollar. Beeindruckend, denn Anfang des Jahres lag sie noch bei von rund 380 Milliarden Dollar.

Einige Analysten hielten in der allgemeinen Euphorie sogar einen Anstieg auf 1000 Milliarden Dollar für wahrscheinlich. Dazu gehörte Gene Munster von PiperJaffrey. Er ging davon aus, dass das Papier binnen Jahresfrist auf 910 Dollar steigt und 2014 die 1000-Dollar-Marke überschreitet. In diesem Fall würde der Firmenwert auf gut 1000 Milliarden Dollar steigen.

Am 21. September 2012 war jedoch der vorläufige Höhepunkt erst einmal erreicht. Der Wert des Unternehmens lag damals bei 654,6 Milliarden Dollar. Genau fünf Monate später ist er erheblich abgeschmolzen. In diesem Zeitraum hat Apple 36 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt. In Dollar sind das 235,4 Milliarden.

(Grafik: Statista / http://de.statista.com/themen/597/apple/infografik/927/wertverlust-von-apple-im-vergleich/ )

Seit dem Allzeithoch vom September hat Apples Börsenwert deutlich abgenommen – fast um so viel, wie Google insgesamt wert ist (Grafik: Statista).

Besonders hart traf es Apple an der Börse nach der Meldung für das vierte Quartal seines Geschäftsjahrs. Zwar wurde wieder einmal ein Rekordumsatz gemeldet, allerdings lag der geringfügig unter den Erwartungen der Wall Street. Zusätzlich wurden Befürchtungen laut, das iPhone 5 verkaufe sich nicht so gut wie seine Vorgänger. Immer häufiger war zu hören, Apples beste Tage seien vorbei.

Vergangene Woche machte Reuters dann Hedgefonds für den sinkenden Kurs der Apple-Aktie verantwortlich. Als Beispiele für Fonds, die große Aktienmengen verkauft haben, nannte der Nachrichtendienst Omega Advisors mit 266.000 verkauften Aktien und Viking Global Investors mit 1,1 Millionen abgestoßenen Anteilsscheinen.

Zahlreiche weitere Fonds sollen zumindest einen Teil ihrer Apple-Aktien verkauft haben. Sie seien laut Reuters alle an dem unglaublichen Aufstieg des Papiers im Vorjahr beteiligt gewesen und machten nun Kasse.

Allerdings muss auch dieser herbe Verlust in der richtigen Relation gesehen werden. Das, was Apple an Wert verloren hat, entspricht nämlich fast der gesamten aktuellen Marktkapitalisierung von Google. E-Commerce-Riese Amazon wäre bei einem ähnlichen Wertverlust sogar gleich zweimal von der Bildfläche verschwunden – theoretisch zumindest. Und Facebook ist aktuell sogar nur ein Viertel dessen wert, was Apple in fünf Monaten eingebüßt hat. Nach wie vor gilt also: Wer bei Apple jammert, jammert auf hohem Niveau.

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Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
Chefredakteur
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