Europas schnellster Computer steht jetzt in Jülich

Im Forschungszentrum Jülich wurde das Juqueen gennante BlueGene/Q-System von IBM offiziell eingeweiht. Es erreicht eine Rechenleistung von bis zu 5,9 Petaflops und verfügt über 393.216 Rechenkerne. Bei Geschwindigkeit und Energieeffizienz belegt es den fünften Platz in den weltweiten Bestenlisten.

von Peter Marwan 0


Im Forschungszentrum Jülich ist Europas schnellster Supercomputer offiziell eingeweiht worden. Das von IBM gelieferte System “Juqueen” käme mit seinen Werten in den Bestenlisten der weltweit schnellsten Supercomputer, den Top500, als auch den energieeffizientesten Rechnern (Green500) jeweils auf den fünften Platz. Es erreicht eine maximale Rechenleistung von 5,9 Petaflops, also rund sechs Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde. Die Listen werden im Juni wieder akualisiert.

Juequeen besteht aus 393.216 Rechenkernen in 24 Racks (Bild: IBM)

Juequeen besteht aus 393.216 Rechenkernen in 24 Racks (Bild: IBM).

Juqueen wird zu 90 Prozent mit Wasser gekühlt, das zwischen 18 und 25 Grad warm ist. Die restliche Abwärme wird über die Luft abgeführt. Mit 393.216 Rechenkernen in 24 Racks erreicht das BlueGene/Q-System eine Effizienz von 2 Gigaflops pro Watt. Unter anderem durch die Wasserkühlung haben die Ingenieure in Jülich diesen Wert im Vergleich zum Vorgänger um das Fünffache verbessert.

“Im Bereich Supercomputing steht Deutschland und insbesondere auch Jülich im europäischen Vergleich hervorragend da”, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium Thomas Rachel bei der Einweihung. “Der Supercomputer ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der europäischen Rechner-Infrastruktur.”

Juqueen löst den im Sommer vergangenen Jahres offizielle eingeweihten Rechner SuperMUC in Garching bei München als Deutschlands und auch Europas schnellsten Rechner ab. Darin ist aber keine Konkurrenz der einzelnen Standorte zu sehen – sie ergänzen sich vielmehr im Bemühen, in Deutschland und Europa der Wissenschaft Rechenkapazitäten zur Verfügung zu stellen.

Bei der Warmwasserkühlung wird in Kupferrohren speziell behandeltes Wasser bis an die Prozessoren geleitet - hier am Beispiel eines Bauteils des SuperMUC (Bild: Peter Marwan).

Bei der Warmwasserkühlung wird in Kupferrohren speziell behandeltes Wasser bis an die Prozessoren geleitet – hier am Beispiel eines Bauteils des SuperMUC (Bild: Peter Marwan).

SuperMUC stammt ebenfalls von IBM an ihm war die direkte Wassrkühlung erstmals erprobt worden. “SuperMUC ist ein Meilenstein auf dem Weg zu energiearmen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Supercomputern und das Ergebnis aus mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei IBM”, sagte Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland, anlässlich der Übergabe des Systems.

Schon damals kündigte IBM an, die Warmwasserkühltechnik weiterentwickeln zu wollen: “Unser Plan ist es, mittelfristig die Kühlstrukturen direkt auf die Rückseite der Prozessoren zu integrieren, um aufeinandergestapelte 3D-Chips zu kühlen. Damit können wir den Weg für massive Verkleinerungen und Leistungssteigerungen bahnen: Der SuperMUC von heute könnte so langfristig auf die Grösse eines PCs schrumpfen”, erklärte Bruno Michel, Manager Advanced Thermal Packaging bei IBM Research Zürich und einer der Erfinder des SuperMUC-Kühlkonzepts.

[mit Material von Sibylle Gaßner, silicon.de]

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Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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